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Mehr als nur fünfzig Schattierungen

Fetisch Film Festival Mehr als nur fünfzig Schattierungen

Bereits zum achten Mal bringt das Fetisch Film Festival (FFF) im Kieler Traumkino (und erstmals auch im Café Godot) Filme zum Thema BDSM (Bondage – Sadismus – Masochismus) auf die Leinwand. Kuratiert hat das Programm aus 15 Spielfilmen und Dokus sowie 11 Kurzfilmen wieder Andreas Steffens, Leiter des Kinos in der TraumGmbH.

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Quelle: Tobias Rydin

Kiel. Das Festival, das 2008 erstmals stattfand und neben dem Cine Kink in New York und dem Münchner Nachtschatten eines der wenigen weltweit ist, das sich speziell auf Filme rund um die BDSM-Szene konzentriert, sei zwar immer noch eher „Underground“, so Steffens. Doch hätten Mainstream-Filme wie „Fifty Shades of Grey“ (29.10., 20 Uhr) mehr Akzeptanz für die „filmkünstlerische Darstellung von selbstbestimmter Sexualität“ geschaffen und zudem die Szene angeregt, mit ihren Filmen mehr an die Öffentlichkeit zu gehen. So kam Ingo Haebs „Das Zimmermädchen Lynn“ über eine einsame Hotelangestellte, die ihre Gäste belauscht und sich nach einer Domina sehnt, nachdem er im letzten Herbst beim FFF gezeigt wurde und mit dem Preis für den besten Song ausgezeichnet wurde, im Juni sogar in die deutschen Kinos. Er läuft retrospektiv noch einmal am 28.10., 20 Uhr. Ebenso der Preisträger für den besten Film 2014, „Top Girl“ von Tatjana Turanskyj, worin sich eine alleinerziehende Mutter als „kinky“ Escort-Girl verdingt (28.10., 17.45 Uhr).

"Shades of Grey" offenbar ohne Auswirkungen 

Dass sich „im Fahrwasser von ’Shades of Grey’ noch mehr getan hätte“, hoffte Steffens, doch ein Zuwachs des Interesses sei „kaum messbar“ – auch an den Zuschauerzahlen, die sich mit 1000 für „Top Girl“ und immerhin 9000 für „Das Zimmermädchen Lynn“ gegenüber den 4,4 Millionen, die „Shades of Grey“ in die Kinos lockte, noch recht bescheiden ausnehmen. Dennoch tue sich in der Szene einiges, wie das diesjährige Programm mit Filmen zeige, die „vom Filmischen her als weitaus besser als der Blockbuster eingeschätzt werden“. Etwa Chris Calimans Doku aus der Berliner Gay-Szene „Holger – Glück ist jeder Augenblick“, der als „Teaser“ zum FFF bereits am Montag, 26.10., 20 Uhr im Café Godot auf die Leinwand kommt. Dort laufen auch die „Kinky Kurzfilme“ am 29.10. um 15 und 21 Uhr (sowie am 30.10., 22.15 Uhr im Traumkino).
 
Wie vielfältig die BDSM-Szene mit ihren weit mehr als nur fünfzig Schattierungen und Spielarten der Sexualität ist, beweisen auch Peter Stricklands stilvoller Film über die Obsessionen zweier Frauen „The Duke of Burgundy“ (30.10., 20 Uhr) und „Kim“ über eine Künstlerin zwischen zwei Männern vom schwedischen Regisseur Tobias Rydin, der zur Vorführung (31.10., 17.45 Uhr) eigens nach Kiel reist. Über solchen Besuch freut sich Andreas Steffens besonders, denn das FFF will die Filme nicht nur aus ihrem Schattendasein ins Leinwandlicht heben, sondern auch darüber mit dem Publikum diskutieren.
 
8. Fetisch Film Festival: 27. bis 31.10., Traumkino (Grasweg 19) und Café Godot (Gutenbergstr. 18): Detailliertes Programm und Trailer zu den Filmen: www.fetisch-film-festival.de. Zum Abschluss des FFF findet am 31.10. ab 21 Uhr die Szene-Party „Fetisch-Traum“ statt.

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