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Erwachsenwerden mit "Elise"

Filmpremiere Erwachsenwerden mit "Elise"

Haben Sie Lust, mit einer Filmcrew zu arbeiten, die nicht älter als 22 Jahre ist und keine Gage zahlen kann? Dass Schauspieler Michael Mendl darauf mit einer Zusage reagieren würde, hat der Flintbeker Filmemacher Moritz Boll nicht erwartet. Mendl sagte ja und der entstandene Film „Elise“ ist nun im Kino zu sehen.

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Das 15-Köpige Team um Moritz Boll (Mitte) freut sich auf die Premiere am Sonnabend im Cinemaxx.

Quelle: Björn Schaller

Kiel/Flintbek. „Dass Mendl mitgemacht hat, war ein echter Knaller und hat uns viele Türen geöffnet bei Dreh“, erzählt der 21-jährige Jung-Regisseur. Mendl sei ein echter Profi: sehr präzise in seinem Spiel, in der Gestik und Mimik. Das war für Boll einerseits sehr hilfreich, weil er viele Tipps bekam, andererseits aber auch schwierig, weil die Hauptdarstellerin nicht hinter der Präsenz Mendls stehen sollte. „Das haben wir aber letztlich gut hinbekommen“.

Schauspielstudentin Maren Kraus ist an die Hauptrolle durch eine Ausschreibung im Internet gekommen. Die 23-Jährige spielt Elise, eine junge Frau, die das Abitur gerade in der Tasche hat und nicht so richtig weiß, wo ihre Reise hingehen soll. Ihr Vater möchte, dass sie seine Wagonserviceteilfirma übernimmt, sie selbst will aus den kleinbürgerlichen Werten ihrer Eltern entfliehen. Dann trifft sie den 40 Jahre älteren Künstler Dorsday Uckhaus (Michael Mendl), der sie in sein Ferienhaus nach Dänemark einlädt. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Maria begibt sie sich auf einen ereignisreichen Roadtrip dorthin.

Erwachsenwerden ist das Thema, mit dem sich die Protagonisten von „Elise“ nicht nur als Schauspieler auseinandersetzten. Alle im Team – vor und hinter der Kamera – haben genau diese Phase nach dem Abitur in den letzten zwei Jahren, in denen der Film gedreht wurde, selbst durchlebt. „Viele gingen nach dem Abi ein Jahr nach Neuseeland, das wollten wir im Film aufgreifen. Für Neuseeland fehlte das Geld, also wurde es Dänemark“, so der Produzent mit einem Augenzwinkern.

Moritz Boll hat seinen Weg gefunden: in der Filmbranche. „Elise“ ist zwar sein erster richtiger Spielfilm, hinter der Kamera steht der Medienproduktionsstudent aber schon seit 2008. Für seinen allerersten Kurzfilm „Wrong“ erhielt er mit damals 13 Jahren den Stark-Preis, 2012 für den Streifen „Kleinstadtfeuer“ den Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel.

„Wir sind während der Dreharbeiten als Gruppe richtig zusammen gewachsen. Am schönsten war es in Dänemark“, sagt Hauptdarstellerin Maren Kraus. Ihre unangenehmste Szene war in einem Swimmingpool. „Es spielte im Sommer, aber der Pool war zehn Grad kalt“. Neben Dänemark waren Flintbek, Breiholz, Schaalby und Kiel weitere Drehorte.

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Ein Gastspiel in „Elise“ hatte zudem ein weiterer Promi: Tagesschausprecher Jan Hofer. „Wir brauchten einen Redakteur und Hofer sagte spontan zu“. Für den einen Satz, den Hofer im Film sagt, wurden vier Stunden in der Stadtgalerie Kiel gedreht. „Filmarbeiten sind sehr aufwendig, am längsten braucht man für die organisatorischen Dinge davor und danach“. Boll war gleichzeitig Drehbuchautor, Regisseur und Schauspielcoach. „Wenn ich noch einmal ein solches Filmprojekt mache, werde ich das wahrscheinlich nicht mehr alles parallel selbst in die Hand nehmen“, gesteht der 21-Jährige. Konkrete Pläne für ein weiteres Projekt habe er aber noch nicht.

„Elise“ wird von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein sowie von einigen Unternehmen finanziert. „Geld verdienen wir nicht mit dem Film, die Produktionskosten hielten sich mit 20000 Euro aber noch in Grenzen“, erzählt Boll.

Premiere ist am Sonnabend, 19. März, um 19.30 Uhr im Cinemaxx in Kiel. Außerdem wird „Elise“ auch am Sonntag, 3. April, um 18:30 Uhr im Metrokino gezeigt. Weitere Informationen: www.moritzbollfilms.de.

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Filmprojekt aus Flintbek
Foto: Überstolz bei der "Elise"-Premiere: Regisseur Moritz Boll (links), Elise-Darstellerin Maren Kraus und der bekannte Schauspieler Michael Mendl am Sonnabend im Cinemaxx Kiel.

15 junge Menschen wuselten in feinem Zwirn am Sonnabend durch das Cinemaxx in Kiel. Aufregung lag in der Luft. Sie alle hatten unter der Regie des Flintbeker Filmemachers Moritz Boll innerhalb der letzten zwei Jahre viel Herzblut in die Produktion des Roadmovies "Elise" gesteckt, der nun Premiere feierte.

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