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Vielleicht eine dieser „besten Geschichten“

Frank Turner im Max Vielleicht eine dieser „besten Geschichten“

Die letzte Zugabe von Frank Turner im ausverkauften Max sagt eigentlich alles. Four Simple Words (I Want To Dance) heißt die Nummer. Und zwei Stunden lang bot die in Bahrain geborene aber im Süden Englands aufgewachsene Rampensau dem verzückten Publikum jede Möglichkeit, die Hufe zu schwingen.

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Frank Turner begeisterte im ausverkauften Max.

Quelle: Manuel Weber

Kiel. Einzige Hürde: Die räumliche Bewegungsfreiheit im bis auf den allerletzten Quadratmillimeter voll besetzten Saal. Dabei hatte der Abend so ruhig begonnen.

Als mit den Songs von Will Varley, dem ersten von zwei Supports, die Turners Feuerwerk flankierten, wunderbarer, melodischer Akustik-Folk mit Referenzen an die sechziger und frühen siebziger Jahre erklangen. Aufgrund des Lärmpegels und Gewusels der großen Menschenmenge hatte aber wohl nicht jeder die Lust oder die Möglichkeit genauer hinzuhören. Schade, der Engländer hätte es verdient.

Die Band Skinny Lister, ebenfalls von der Insel, legte anschließend eine gehörige Portion Briketts drauf. Ohne Rücksicht auf stilistische Verluste mixte sie einen zündenden Cocktail aus Londoner East-End-Punk, Folk und Roots und spritzigem Pop-Rock, von dem sich das Publikum mit kräftigen Zügen in Stimmung bringen ließ. Der Tisch war also besten gedeckt für Herrn Turner und seine famose Band The Sleeping Souls, mit der er seit acht Jahren gemeinsam auf Tour ist.      

Hier sehen Sie Bilder vom Frank-Turner-Konzert im Max.

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Nomen est omen eröffneten die Musiker, die vom ersten Takt an auf Betriebstemperatur liefen, mit dem Kracher The Next Storm, aus dem aktuellen Album „Positive Songs For Negativ People“. Natürlich servierte Turner der dankbaren Party-Gesellschaft allerlei Leckerbissen aus diesem kernig rockenden, Folk-Punk-Rock-Chilli, dessen prägnanter Duft Bruce Springsteen und seiner E-Street-Band sicher gefallen hätte ( The Opening Act Of Spring, Mittens, Get Better).

Klasse, dass Turner den letzten Longplayer dennoch nicht überstrapazierte. Dafür ist das mittlerweile auf sechs Alben angewachsene Œuvre des Sängers auch zu vielfältig, obwohl bei bei den Arrangements für diese schwindelerregenden Live-Performance im Gegensatz zu den Tonträgern doch eher der hochfrequent galoppierende Spaßfaktor mit deutlich ausgespielter Punk-Attitüde dominierte ( Plain Sailing Weather). Natürlich gab es auch kleine Verschnaufpausen, etwa bei Peggy Sang The Blues oder dem von Turner solo vorgetragenen Kleinod Demons.

„But if you’re all about the destination, then take a fucking flight / We’re going nowhere slowly, but we’re seeing all the sights. And we’re definitely going to hell / But we’ll have all the best stories to tell.“, heißt es im fantastischen (vielleicht) autobiografischen The Ballad Of Me And My Friends. Das Konzert im Max könnte sich durchaus in die Riege dieser „besten Geschichten“ einreihen. 

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