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„Ich mag einfach gute Musik“

Fynn Großmann „Ich mag einfach gute Musik“

Fynn Großmann spielte im Landesjugendorchester und im Landesjugendjazzorchester. Außerdem hat der 23-jährige Flensburger, der in Hannover Jazz-Saxofon studiert, etliche Bandprojekte laufen. Am Donnerstag erhält Großmann in Neumünster den Jazzförderpreis des Kulturforums Schleswig-Holstein – und tritt mit seinem Quintett auf.

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Immer noch Flensburger: Fynn Großmann (Mitte) und sein Quintett, das in Neumünster debütiert.

Quelle: Fynn Großmann

Neumünster. Fynn Großmann spielte im Landesjugendorchester und im Landesjugendjazzorchester. Außerdem hat der 23-jährige Flensburger, der in Hannover Jazz-Saxofon studiert, etliche Bandprojekte laufen. Heute erhält Großmann in Neumünster den Jazzförderpreis des Kulturforums Schleswig-Holstein – und tritt mit seinem Quintett auf.

Der Jazzförderpreis ist nicht der erste Preis, den Sie erhalten. Welchen Stellenwert hat er?

Ich konnte erst kaum glauben, dass dieser Preis mir verliehen wird, da es sich erstmals nicht um einen Wettbewerb mit Vorspiel handelte. Daher ist es für mich etwas ganz Besonderes.

Sie sind in Berlin geboren, in Flensburg aufgewachsen und leben heute in Hannover. Wie stark ist Ihre Verbundenheit mit Schleswig-Holstein noch?

Da ich Familie, Freunde, und nach wie vor Auftritte dort habe, ist die Verbundenheit aktuell und stark. Die wird es wohl immer geben, einfach weil Schleswig-Holstein die Landschaft ist, in der ich den größten Teil meines Lebens verbracht habe. Und Flensburger Bier schmeckt mir einfach am besten...

Sie sind in vielen Formationen aktiv. Neben dem Landesjugendorchester sind das What The Funk, High Five, Jazzy Side, norddeutsche Sinfonietta... Wie viele sind es eigentlich?

Gute Frage. Das variiert ständig, da es sich häufig um zeitlich limitierte Projekte handelt. Aber zumeist gibt es fünf bis sieben aktuelle Baustellen.

Was treibt Sie, sich nicht auf einige wenige konzentrieren. Neugier? Experimentierfreude?

Großes Interesse, Neugier – und ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich eine Vielzahl von Projekten auch gegenseitig unterstützen kann.

In Neumünster treten Sie mit Ihrem eigenen Quintett auf. Seit wann besteht es?

Dieses Quintett steht tatsächlich zum ersten Mal in genau dieser Besetzung auf der Bühne. Clara, Phillip, Marko und Johannes sind nicht nur gute Freunde von mir; ich denke auch, dass wir Fünf in vielerlei Hinsicht am gleichen Strang ziehen. Ich habe sie alle während meines Studiums kennen gelernt und mit jedem einzelnen schon unzählige Male gespielt, konzertiert oder einfach angenehme Zeit verbracht.

Bei der Recherche bin ich auf auffällig viele Funk- und Soul-Bands gestoßen. Ein Lieblingsstil von Ihnen?

Mein erster Kontakt mit Jazz kam über David Sanborn und Marcus Miller und deren Produktionen der 80er Jahre. Daher ist diese Musik-Richtung eine besondere für mich.

Was inspiriert Sie außerdem?

Ich mag einfach gute Musik. Ob es sich um Charlie Parker, Debussy, John Coltrane, Ravel, Maria Schneider, Wayne Shorter, Miguel Zenón, Bach, Tschaikowsky, John Cage, Edgar Varèse, Michael Jackson, George Micheal oder, oder, oder dreht – es geht um die künstlerische Aussage.

Welche Saxofon-Bauart bevorzugen Sie und warum?

Ich spiele ein Buescher Aristocrat Altsaxofon aus den 30er Jahren und liebe dieses Instrument sehr, obwohl das hohe A etwas hängt und ich mal die Cis- und Gis-Klappen in der linken Hand miteinander verbinden sollte.

Warum Saxofon?

Weil die Klarinette, für die ich mich mit sieben beim Instrumentenkarussell entschieden hatte, schon vergeben war. Ich wollte aber unbedingt sofort ein Instrument mit nach Hause nehmen.

Sie haben auch Oboe gelernt. Warum?

Weil ich auch im Sinfonieorchester spielen wollte. Das ist mit dem Saxofon eher die Ausnahme. Bei Klarinette und Flöte ist der Andrang immer so groß, dass meine Wahl auf Oboe fiel. Darüber habe ich viel auch fürs Saxophonspiel gelernt, gerade was Atmung angeht.

Studium, Lehrtätigkeiten, Konzerte,Proben, Stücke komponieren und arrangieren, Workshops leiten – wie bekommen Sie das alles unter einen Hut?

Ich bin hochmotiviert, habe kein Smartphone und gelernt, meine Zeit sehr bedacht einzuteilen.

Wie viele Stücke haben Sie mittlerweile komponiert?

Bei der Gema habe ich 43 Kompositionen angemeldet – habe ich gerade nachgeschaut. Hierbei geht es von Sinfonieorchester bis Jazz-Combo. Das sind nur die Stücke, die es tatsächlich auch auf die Konzertbühne geschafft haben. Eine große Zahl an Ideen, Skizzen und fast fertigen Stücken befindet sich in meiner rechten Schreibtisch-Schublade, zweite von oben.

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