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Besuch aus Liechtenstein

Gastspiel in Kiel Besuch aus Liechtenstein

Es ist Florian Krumpöcks erstes Gastspiel in Kiel, doch der Chefdirigent des Sinfonieorchesters Liechtenstein ist ohne Sorge angereist: „Aus Kiel hört man auf den Berliner GMD-Konferenzen immer nur Gutes. Das fällt wirklich auf“, berichtet der 1978 geborene Österreicher, der am Sonntag und Montag das 2. Philharmonische Konzert leiten wird.

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Florian Krumpöck steht zum ersten Mal in Kiel am Pult.

Quelle: hfr

Kiel. Warum ihn Georg Fritzsch eingeladen hat, weiß er selbst noch nicht: „Ich lerne ihn hier erst persönlich kennen und bin sehr gespannt.“

Tatsächlich gibt es viele gute Gründe, den aufstrebenden Maestro einzuladen, der von 2011 bis 2014 als Generalmusikdirektor der Norddeutschen Philharmonie Rostock wirkte. Statt als Dirigenten hätte man ihn übrigens ebenso gut als Solisten verpflichten können, denn bekannt geworden ist der Protegé Daniel Barenboims am Klavier. „Irgendwann hatte ich das Bedürfnis, eigene Konzerte vom Flügel aus zu leiten und Barenboim hat mich ermuntert, diesen Weg auch zu verfolgen“, berichtet Krumpöck.

 Allerdings riet ihm der Klassikstar, das Dirigieren nicht gleich vom Klavier, sondern vom Pult aus zu erlernen. Rasch entwickelte sich daraus ein eigenständiger Karrierezweig, der ihn nun nach Kiel geführt hat: „Ich muss gestehen, dass ich mich gegen das Programm des Philharmonischen Konzerts zunächst ein wenig gesträubt habe“, berichtet der Maestro, der am Sonntag unter anderem Arnold Schönbergs Orchesterfassung von Johannes Brahms’ Klavierquartett Nr. 1 g-Moll, op. 25 dirigieren wird, das er selbst schon oft am Flügel interpretiert hat. „Ich fand ehrlich gesagt immer, dass es in Schönbergs Fassung wie ein schlechter Korngold klingt. Aber jetzt, wo ich mich intensiv mit der Partitur beschäftigt habe, habe ich es neu kennen und lieben gelernt.“ Besonders reizvoll findet Krumpöck, wie die Musik einer bestimmten Zeit hier durch die „Brille“ einer anderen betrachtet wird.

 Dass Florian Krumpöck neben seiner Doppelrolle als Musiker seit diesen Jahr auch den Kultursommer Semmering als Intendant prägt, hat ihn indirekt auf einen weiteren Programmpunkt des Konzerts vorbereitet. Eine der Spielstätten des österreichischen Festivals ist das traditionsreiche Kurhaus am Semmering, in dem seinerzeit Persönlichkeiten wie Arthur Schnitzler und Alma Mahler residierten. „Alexander Zemlinsky hätte auch gut dabei sein können.“ Aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte des Kurhauses und der Zeitumstände kam Krumpöck dessen 1935 komponierte Sinfonietta, op. 23 sofort vertraut vor, obwohl er sie nicht kannte. „Sie hat sehr viele tänzerische Momente und klingt dabei stellenweise wie ein Mahler-Ländler.“ Das Tänzerische ist auch in Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Flöte D-Dur, KV 314 ausschlaggebend, das für Krumpöck deswegen gut in das Programm passt: „Mir kommt es in diesem Zusammenhang auf ein extrem ausdrucksstarkes Spielen an. Mozart muss immer von der Oper verstanden werden, auch in diesem Konzert ist alles ist eine Opernszene. Das soll man hören.“

 2. Philharmonisches Konzert mit Florian Krumpöck und Michael Martin Kofler (Flöte) am Sonntag, 18. Oktober, um 11 Uhr und am Montag, 19. Oktober, um 20 Uhr im Kieler Schloss.

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