2 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Atemberaubend leicht

Keike Faltings & Unholy Trinity Atemberaubend leicht

Tonmächtig, gedankentief, tänzerisch, leidenschaftlich: Mit rhythmischem Applaus, Bravo- und Zugaberufen wurde das Folk-Konzert von Unholy Trinity im Kulturforum gefeiert.

Voriger Artikel
Musikalische Kilt-Offensive
Nächster Artikel
Poetikdozentur für Elke Erb

Große Folkstimme: Keike Faltings ist spätestens seit der Folk Baltica ein Geheimtipp.

Quelle: Beate König

Kiel. Keike Faltings, Erik Frotscher und Andreas Köpke schickten ihre musikalische Energie ohne Umwege ins Publikum: Unbeschwert, natürlich und spielfreudig machten die drei ihre Zuhörer zu Freunden, denen sie mal heiter, mal mit großem Tiefgang Geschichten von der See, dem Krieg, der Liebe und dem Tod erzählten.

Gaststar an der Seite des Trios war Sänger und Gitarrist Tom Brakl. Als seine Begleiterin bei einem Bob-Dylan-Klassiker zeigte Keike Faltings, die 2015 Stimme, Gesicht und Botschafterin der Folk Baltica war, ihr musikalisches Großformat. Atemberaubend leicht und genau geformt schwebte ihre Stimme wie eine Goldfassung in Terzen und Quarten über Brakls sehnsuchtsvollem Ton. Die immer intensiveren Klänge des Duos steigerten sich organisch. – Es dauerte eine Sekunde, bevor das Publikum applaudierte, überwältigt vom ungeprobten Duett, das in seiner gelebten Dynamik die Grenzen allzu perfekter CD-Aufnahmen hinter sich ließ.

In den Songs von der 2013 veröffentlichten CD Tween Bottles wird der Gewinn aus der Verbindung der drei Musiker hörbar. Die Stimmen legten sich in Köpkes Eigenkompositionen biegsam und perfekt, dabei leicht in Linien übereinander. Eine Bandbreite von Instrumenten ermöglicht vielschichtige Tonbilder. Frotscher ergänzt mit Gitarre, Keike Faltings mit Geige, Köpke mit Mandoline, Akustik- und Resonatorgitarre, dazu viersaitigen Tenorgitarren den Klang. Sönke Evers, als zweiter Gast nach der Pause auf der Bühne, brachte mit der Bodhrán-Trommel einen kernigen, kraftvollen Tanzrhythmus in die Traditionals und Balladen.

Bei der acht Minuten langen Folk-Rock-Version von Pete Townshends Stück Unholy Trinity bekam der Abend in der bejubelten Zugabe eine weitere Farbe: urtümlich wild.

Neue Ära für den Lokbau in Kiel

Zu Gast ist Unholy Trinity am Sonnabend, 5. November, ab 20 Uhr, Räucherei, Kiel.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3