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Zwischen den Elementen

Geisterfahrer in der Schaubude Zwischen den Elementen

Akustischen und melodiösen Songwriter Poprock spielten die vier Kieler Jungs von Geisterfahrer am Freitagabend zum Release ihrer EP " Gerade Stehen". Klingt ja ganz nett, könnte man da denken.

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Machten sich in der Schaubude mehr als beliebt: Geisterfahrer, die ihre EP "Gerade Stehen" vorstellten.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Und so könnte man zuhören und das Bier festkrallend, dazu zustimmend nickend, den Abend über an der Wand lehnen. Doch das, was Marco (Gitarre und Gesang), Wladi (Rhythmusgitarre), Freddi (Bass) und Tobi am Schlagzeug auftischen, ist Akustik-Rock mit einigen Verschärfungen garniert. Vor allem das hohe Tempo sorgt für stete Tanzbarkeit. Hier und da lugen Indie-Rock Elemente durch und zuweilen auch die Hamburger Schule.

„Der nächste Song ist für alle jungen Menschen und handelt von Toleranz“, kündigt Sänger Marco Hallo Mensch an. Das passt ins Bild. Die gut gefüllte Schaubude, hauptsächlich mit jungen Menschen bevölkert, tanzt sich in Rage. Die zwei Gitarren geben mit ihren kräftigen Akkorden Volumen, das Schlagzeug tippelt dickwanstig, der Bass rollt hinterher. Auch das draufgängerische Unser Ding steht der Band ausgezeichnet. Sänger Marco sagt dazu „Kraftklub-Rock-Ding mit Sprechgesang“. Allerdings sind die Kieler mit ihrer Art, die Songs unterschiedlich anzupacken, den scheinbar den immer gleichen Song schreibenden Chemnitzern, in dieser Hinsicht einen Schritt voraus.

Cover und eigene Songs erreichen das Publikum

Dass jungen Bands vereinzelt die Kompaktheit abgeht, sei an dieser Stelle mal verziehen, denn die Stimmung ist prächtig in der Schaubude. Die Band verteilt Luftballons, Kurze und Danksagungen. Das mit Support Nico Chavez und dem Publikum gemeinsam intonierte Haddaway Cover What Is Love trifft zwar nur im Refrain den Ton, dafür die Stimmung umso mehr. Und die eigenen Songs kommen natürlich ebenso gut an. Das rauschende Kontrolle Verloren besticht durch Einklang von Text und Musik und das anfänglich balladesk-gezupfte Endstation endet abermals im Chor. Ebenfalls im Chor: Die „Ihr seid noch nicht fertig“-Rufe. Werden selbstverständlich erhört und das Greg Holden Cover The Lost Boy rundet den mehr als gelungenen Abend ab. Nur die 30 Luftballons für drei Euro sind Sänger Marco noch ein Dorn im Auge.“Das hätten wir anders machen sollen“, sagt er frotzelnd. Aber auch nur das.

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