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Oppitz: Chamäleon mit Charakter

Kieler Philharmoniker Oppitz: Chamäleon mit Charakter

Gerhard Oppitz ist eine Art pianistisches Chamäleon. Je nach Umgebung wechselt er erstaunlich gewandt die Farbwerte seines Klavierspiels. Nach Reger zu Saisonbeginn folgt nun Mozarts dramatisches Klavierkonzert KV 466 voller prägnanter Zuspitzungen und feiner Abstufungen.

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Dirigent Georg Fritsch und Pianist Gerhard Oppitz während des Philharmonischen Konzertes im Kieler Schloss: Zu hören war das Klavierkonzert d-moll KV 466 von Wolfgang Amadeus Mozart.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Oppitz gestaltet seinen Part im Kopfsatz als gespannt beherrschten Ruhepol im aufgeregten Tutti. Er lässt die Romanze des langsamen Satzes betörend singen, um dann in ihrem bewegten Mittelteil schon auf Beethovens Ingrimm vorauszuweisen. Und er hat die manuellen Mittel, im Finale auch mal Hammerklavier-Klarheit aufblitzen zu lassen.

Am Pult fordert Georg Fritzsch nun nach dem flammend positiven Esprit in den Außensätzen der Pariser Sinfonie D-Dur KV 297 das nervös zuckende Gegenteil in d-Moll. Die Kieler Philharmoniker zeigen sich trotz kleiner Wackelkontakte bestens in der Lage, Mozart in stilkundig knackiger Klangrede zu liefern.

Wie uneitel offenherzig Oppitz seine Funktion als diesjähriger „Artist in Residence“ der Philharmoniker auffasst, zeigt sich in der zweiten Konzerthälfte. Da spielt er den am Rande glitzernden Klavierpart in der neoklassischen Suite Der Bürger als Edelmann. Die Charakterstücke werden vom Generalmusikdirektor – einmal mehr mit den ganz besonders glücklichen Händchen für Richard Strauss – derart hinreißend aufgefächert, dass keine Sekunde banal erscheint.

Das Konzert wird am 20. März um 20 Uhr im Kieler Schloss wiederholt.

www.theater-kiel.de

www.musikfreunde-kiel.de

Von Christian Strehk

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