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Nikis Weiber, die die Welt erobern

Gerisch-Stiftung Nikis Weiber, die die Welt erobern

Die großen Nanas stehen leider nicht im Garten der Gerisch-Stiftung. Der Aufwand wäre zu groß gewesen. Das Fehlen der Großskulpturen tut der großartigen Niki de Sainte Phalle-Ausstellung indes keinen Abbruch, die Brigitte Gerisch in der Villa Wachholtz und der Gerisch-Galerie realisiert hat.

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Die Kuratoren Ulrich Krempel und Marcelo Zitelli in der Villa Wacholtz.

Quelle: Marco Ehrhardt

Neumünster. Kuratiert von Ulrich Krempel, langjähriger Direktor des Sprengel-Museums, präsentiert die Schau "Niki de Saint Phalle – Von den Nanas zum Tarotgarten" gut 50 Arbeiten der franko-amerikanischen Künstlerin (1930-2002), die sich selbst einmal als „Terroristin der Kunst“ bezeichnet hat.

Für die Gerisch-Stiftung hat Ulrich Krempel einen chronologischen Rundgang konzipiert, der mit Gemälden harmloser Familienszenen aus den frühen 50ern beginnt. Wenige Jahre später tritt eine Aggressivität in den Arbeiten der Autodidaktin zu Tage, die von einem Großfoto im Treppenhaus mit einem Kleinkalibergewehr auf den Betrachter zielt. Als Elfjährige vom Vater sexuell missbraucht, wird Kunst für sie zum Ventil, um mit der erfahrenen Gewalt abzurechnen.

Anfang der 60er ist plötzlich Schluss mit der aggressiven Aktionskunst. Mit den ersten Nanas entstehen positive Figuren, Symbole der fröhlich befreiten Frau. „Diese Weiber haben die Welt erobert.“

Wie lebensbejahend und prall ihre späten Arbeiten sind, zeigen in der Gerisch-Galerie auch die Modelle und Lithographien zum Tarotgarten. Aus bemaltem Polyester, mit Spiegelglas bestückt oder gülden schimmernd, geben sich allegorische Figuren und Fantasiegeschöpfe ein herrlich überkandideltes Stelldichein.

www.gerisch-stiftung.de

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