16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Eine wertvolle Partnerschaft

50 Jahre Theaterfreunde Kiel Eine wertvolle Partnerschaft

Der Ansatz war von Anbeginn hehr: Vor 50 Jahren gründete sich in Kiel ein Verein, um das Schauspielhaus in der Holtenauer Straße zu retten. Noch heute steht die „Gesellschaft der Freunde des Theaters in Kiel“ den städtischen Bühnen beiseite. Was da am 7. Oktober des Jahres 1956 besiegelt wurde, zählt tatsächlich zu den ältesten Theatervereinen in Deutschland – und hat mit circa 1700 Mitgliedern spürbar Gewicht.

Oper Kiel 54.323293 10.122765
Google Map of 54.323293,10.122765
Oper Kiel Mehr Infos
Nächster Artikel
Internationale Kunstschau "NordArt": Israel als Schwerpunkt

Für viele Theaterfreunde-Gäste das Highlight nach den Vorstellungen: Walzertanz auf der Bühne mit Musik vom Philharmonischen Orchester.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Intendant Daniel Karasek ist sich dessen voll bewusst, wenn er betont: „Die Freunde des Theaters sind immer eine sehr wichtige Organisation, denn sie geben dem Theater das Gefühl, ein gesundes Rückgrat zu haben.“ Der Vorsitzende Bernhard Krumrey freut sich, dass auf den unterstützten Bühnen „noch nie so viel bespielt wurden wie derzeit“. Beurteilen kann er das gut, denn schon seit 1995 ist er (als Nachfolger von Werner Hoffmann-Völkersamb und Hartmut Lange) im Amt.

 Wer meint, das sei ja alles ganz nett mit dem Rückenwind für das Theater, darf sich von imposanten Zahlen beeindrucken lassen. Fast drei Millionen Euro sind aus rein ideellen Vereinsfördermitteln zugeflossen. Zum Beispiel wurden für die Sanierung des heutigen Schauspielhauses stolze 350000 Euro für den Schmuckvorhang, das Gestühl, die Beleuchtung, die Einrichtung des Studios und die erste Cafeteria gezahlt. Das neue Gestühl im Opernhaus wurde mit 300000 Euro mitfinanziert. Die Kandelaber (22000 Euro) und die Büsten vor und am Opernhaus, die Minettibüste im Schauspielhaus sowie der Bus für das Kinder- und Jugendtheater wären ohne die Theaterfreunde-Zuwendung wohl schöne Ideen geblieben. Jugendtheaterwettbewerbe und das ambitionierte Flächenbrand-Festival wurden unterstützt, Theaterbesuche für „Heimkinder“, heute für Flüchtlinge und ihre Familien ermöglicht. Eine Schallplattenproduktion zu Linie 1 wurde möglich, Notenmaterial bei Gründung des Kinder- und Jugendchores angeschafft, eine Kinderoper inszeniert.

 Die allererste Sommeroper Tosca auf dem Rathausplatz erhielt genauso Unterstützung wie das Musical Romeo und Julia an der Neuen Salzhalle. Die Förderung junger Künstler wird groß geschrieben: Man denke nur an den Förderpreis, der abwechselnd Talenten aus dem Sängerensemble, aus Schauspiel oder Werftpark und Ballett mit 2000 Euro unter die Arme greift. Den Philharmonikern kamen Instrumente wie ein Konzertflügel, ein Spinett oder eine Barockflöte zugute. Die Beleuchtung und Lichtanlage im Orchesterprobenraum wurde erneuert und ein Umbauzuschuss für die Kantine im Opernhaus gewährt. Die Sanierung der Solokabinen für Opernsänger und im Ballettflur zeigt das Engagement. Und manchmal sind es auch die kleinen, aber wichtigen Dinge wie das Design im Spielzeitheft, die Anschubhilfe erfahren.

 Zu den Wegmarken der Theaterfreunde-Aktivitäten gehört unbedingt die Ausrichtung des ersten Kieler Theaterballs im Jahre 1967. Wer sich erinnert: Das Maritim Hotel Bellevue in Düsternbrook war die allererste Adresse dafür; das Kieler Schloss folgte. Krumrey ist aber nach wie vor sehr froh, dass am 11. Februar 2017 schon zehn Jahre Opernball im Opernhaus gefeiert werden können. Der aufwändige Wirbel, organisiert von den Theaterfreunden, sei dort nun mal spürbar ganz am rechten Ort angekommen. Während die Vorbereitungen dafür schon wieder anlaufen, stehen die opernselige Jubiläumsgala (am 3. Juni) und die bereits ausverkaufte Kieler-Woche-Ballettgala (am 21. Juni) im Opernhaus unmittelbar bevor.

 Zum Jubiläum soll eine Festschrift erscheinen, die zurückschaut und mit berechtigtem Stolz auf ganz große Namen wie Bernhard Minetti in ihren Reihen und Veranstaltungen verweisen kann. In den Foyers sollen außerdem Ausstellungsvitrinen die Historie anschaulich machen. Das Originalmaterial dafür zu bekommen, ist gar nicht mehr so leicht, wie man meinen könnte. Bei einem Wasserschaden im Keller des Opernhauses war vor Jahren ausgerechnet auch das Archivgedächtnis der Theaterfreunde den Fluten zum Opfer gefallen. Nur gut, dass sich im Nachlass des Literaturwissenschaftlers Dr. Jörg Joost und im Bestand des Theatermuseums noch Dokumente finden lassen.

www.theatergesellschaft-kiel.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3