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"Jazz im Park" mit gewagten Grenzgängen

Open-Air-Festival "Jazz im Park" mit gewagten Grenzgängen

Die Veranstalter sprechen von einem „richtigen Geheimtipp“ und einem „Kleinod unter den Open-Air-Festivals in Schleswig-Holstein“. Nicht zu leugnen ist, dass die Musikschule und der Jazzclub Neumünster auch zur achten Auflage des „Jazz im Park“ ein höchst attraktives Programm gestrickt haben.

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Gewann im vergangenen Jahr einen Jazz-Echo: der Hamburger Saxofonist und Klarinettist Niels Klein.

Quelle: Florian Ross

Neumünster. Und so wird am Sonntag im idyllischen Park hinter dem historischen Caspar-von-Saldern-Haus wieder exquisiter, spannender Jazz geboten – und das auch noch kostenlos und für jedermann zugänglich.

„Für dieses Jahr ist uns ein ganz besonderer Coup gelungen“, freut sich Stefan Back von der Neumünsteraner Musikschule, dem mit Ralf Johansen vom Jazzclub die Organisation des Festival obliegt. Niels Klein, der im vergangenen Jahr den Jazz-Echo als bester nationaler Saxofonist bekam, präsentiert ab 17 Uhr mit seinem Quartett das ambitionierte Projekt, für das der Hamburger (Jahrgang 1978) ausgezeichnet wurde: Tubes And Wires. Klein hat unterschiedlich lange Ebenholzrohre mit lauter kleinen Kästen mit blinkenden Lämpchen verbunden und agiert als Solist auf diversen Klarinetten, die wegen des verfremdeten Sounds eher wie eine „elektronische Blas-Orgel“ (Klein) klingen. Begleitet wird er von Lars Duppler (Fender Rhodes, Analog-Synthesizer, Harmonium), Hanno Busch (Gitarre, Bass) und Jonas Burgwinkel (Schlagzeug). Zusammen ergibt das avantgardistischen, dennoch herzhaft groovenden Jazz mit Zügen von Kraut-Rock. Die Band packt es in folgendes Bild: „Als würde man nachts im Urwald Autoscooter fahren“.

Nachdem um 14 Uhr Salt Peanuts, die Bigband der Hochschule Lübeck, unter der Leitung von Jan Cristof Mohr die Bühne vorgewärmt hat, steht dort um 15 Uhr eine hochinteressante Formation an. Das Trio Elf verbindet Jazz mit Electronica zu einem hochmodernen, dennoch lyrischen Ganzen. Walter Lang (Klavier), Peter Cudek (Kontrabass) und Gerwin Eisenhauer (Schlagzeug) haben die Grenzen des klassischen Piano-Trios erweitert. Sie covern etwa nicht nur mit größter Selbstverständlichkeit und Sensibilität auf ihrem Album Elfland (2010) den Song Down der US-Punkrock-Band Blink-182, sondern konnten für eben dieses Album auch Milton Nascimento, eine der prägendsten Persönlichkeiten der Música Popular Brasileira, als „special guest“ gewinnen.

Das Finale des Festivals bestreitet das fabelhafte Martin Dahanukar Quartett. Der indisch-schweizerische Bandleader und Trompeter sowie seine neuen Mitstreiter Michael Haudenschild (Piano, Fender Rhodes), Philipp Moll (Kontrabass) und Willy Kotoun (Percussion) präsentieren das ganz frische Album Traumesrauschen. Fein austarierte Stücke mit einem schwebenden, bilderreichen, kosmopolitischen Sound, urban und anspruchsvoll.

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