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Gemälde-Tableau für François Villon

Ausstellung in Kiel Gemälde-Tableau für François Villon

Hommage an François Villon: Der Künstler Wolfgang Defant zeigt in Kiel erstmals zusammenhängend sein elfteiliges Gemälde über den großen französischen Dichter. In dem expressionistischen „Requiem“ spiegeln sich Spott und Leiden wie im Leben Villons.

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Der Kieler Künstler Wolfgang Defant vor seinem elfteiligen Gemälde-Tableau «Requiem für François Villon». Das acht Meter lange Werk wird vom 29. Mai 2015 bis 01. Juni 2015 erstmals öffentlich komplett gezeigt und steht im Mittelpunkt einer Sonderausstellung Defants im Audimax der Fachhochschule Kiel.

Quelle: Matthias Hoenig/ dpa

Kiel. Erstmals ist das außergewöhnliche Kunstwerk „Requiem für François Villon“ am Wochenende in Kiel der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Der Künstler Wolfgang Defant (57) schuf 2011 das acht Meter lange Gemälde-Tableau aus elf Bildern im expressionistischen Stil und mit kräftigen Farben. Der gebürtige Stockholmer präsentierte das „Requiem“ in seiner Sonderausstellung „Drahtseilakt“ im Audimax der Fachhochschule Kiel — das Tableau und weitere 24 Gemälde hängen an Drahtseilen frei im Raum.

Defant, vertreten auf zahlreichen Landesschauen und Ausstellungen im In- und Ausland, widmete das „Requiem“ dem bedeutenden französischen Dichter François Villon (1431- nach 1463). Villon ist wegen seines bewegten, teils kriminellen Lebens, insbesondere aber wegen seiner Balladen und seines herben Spott bis heute berühmt-berüchtigt.

Einige der Bilder erinnern an Dichtungen Villons, so etwa an „Die Ballade von der dicken Margot“, einer Prostituierten, die auch in der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht vorkommt. Villon soll selber eine zeitlang Zuhälter gewesen sein. Auch Balladen über die Vergänglichkeit der Schönheit hat Defant verarbeitet oder eine Folterszene dargestellt — „ein Verweis darauf, dass Villon im Gefängnis gefoltert wurde“, erläuterte Defant. Im Mittelpunkt des Gemälde-Tableaus steht eine spöttische, mit lüsternen Figuren ergänzte Hinrichtungsszene.

Nach der Ausstellungseröffnung am Freitagabend standen am Samstag ein Künstlergespräch und am Sonntag eine Matinee auf dem Programm. Zur Finissage am Montag (1. Juni) war eine Taschenlampenführung durch den abgedunkelten Ausstellungsraum geplant.

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