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Ein Chor mit 18 Solisten

Händels "Messiah" in Rendsburg: Ein Chor mit 18 Solisten

Um Georg Friedrich Händels weltweit beliebtes Oratorium "Messiah" zu einem wirklich außergewöhnlichen Konzerterlebnis werden zu lassen, bedarf es mehr als stimmgewaltige Chormassen und solides Musizieren.

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Transparenter Klang in der Christkirche: Internationale Chorakademie und Elbipolis Barockorchester unter Rolf Beck.

Quelle: Moritz Beck/hfr

Rendsburg. Rolf Beck präsentierte in Rendsburgs Christkirche mit 33 Teilnehmern seiner aktuellen Internationalen Chorakademie Lübeck und dem bewährten Elbipolis Barockorchester Hamburg eine bis zur finalen Schlussfuge spannende und suggestive Werksicht, die sich vor allem durch stringente Tempi, vokale Transparenz und eine verblüffend überzeugende Lösung der Solistenwahl auszeichnete.

 Becks zwingendes Dirigat verscheuchte jede Larmoyanz und pompöse Gravität, trieb seine bestens präparierten, diesmal aus 15 Nationen stammenden Sänger/innen zu rasanten Fugati und virtuos ziselierten Koloraturen, um ihnen umgehend klangsatte Pianissimi oder deutlich entschlackte Feierlichkeit abzuverlangen. Keine Frage, dass hatte Klasse, zumal der vibratoarme Klang, bestechende Intonationsreinheit, Klangbalance und Textverständlichkeit dieses „Vokalensembles auf Zeit” bewundernswert waren.

 Dazu zeigte sich das gut aufgelegte Elbipolis Barockorchester von seiner besten Seite, steuerte diverse feine Soli (etwa der Barock-Trompete), aber auch bei Bedarf rustikale Akzentuierungen bei und verstand sich als nie nachlassender Motor dieser packenden, zweistündigen Aufführung.

 Der eigentliche Clou waren aber die Solisten, die Rolf Beck konsequent aus den Reihen seiner jungen Choristen rekrutierte. Insgesamt 18 Sängerinnen und Sänger übernahmen die Arien, Ariosi und Rezitative und bewiesen damit durchweg ihre erstaunliche solistische Reife und stimmliche Qualität. Spektakulär ein aus Brasilien stammender seraphisch timbrierter Sopranist der Sonderklasse, der in der Sopranarie Ich weiß, dass mein Erlöser lebet mit stimmlicher Delikatesse und gestalterischer Souveränität zu bezaubern wusste. Superb!

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