18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
12 000 Fans bei den Foo Fighters

Hamburg 12 000 Fans bei den Foo Fighters

Als es kurz nach 21 Uhr dunkel wird in der O2-World und das Foo-Fighters-Logo auf den Monitoren erscheint, sind die 12 000 Fans, unter ihnen HSV-Trainer Bruno Labbadia, bereits tendenziell aus dem Häuschen. Rampensau Dave Grohl betritt den Laufsteg, packt das Publikum mit raumgreifenden Rock`n-Roll-Posen und dann lassen die Foo Fighters es mit einem dynamischen und hochenergetischen Konzert nicht mehr los.

Voriger Artikel
Staatliche Denkmalpfleger beraten in Flensburg
Nächster Artikel
Komponist Hefti bekommt den Hindemith-Preis 2015

 12 000 Fans kamen um die Foo Fighters live in der o2 World in Hamburg zu sehen. 

Quelle: Manuel Weber

Hamburg. „Everlong“, „Monkey Wrench“ und „Learn To Fly“, große Hits gleich zu Beginn. Viele Bands hätten hier bereits fahrlässig ihr Tafelsilber verscherbelt, doch der ehemalige Nirvana-Drummer Grohl und seine Mannen können sich solche Muskelspiele leisten. „Something From Nothing“ vom neuen Album „Sonic Highways“ beginnt zart gezupft und schüttelt seinen funky Mittelteil mit einem infernalischen Finale ab. Ein Song aus edler Zucht und ähnlich dynamisch wie „The Pretender“, das mit einem klassischen Rock´n-Roll-Riff aufwartet, in dieser Liveversion fast verebbt, um dann noch wuchtiger aufzuflammen; das Klatschen ist häufig verfrüht, denn die Jungs lassen es zum Ende gern nochmal krachen. Fast rührig wird`s, als ein junger Fan, der ein Ölporträt von Grohl hochhält, von diesem auf die Bühne gebeten wird. „Come on, I`ll sign it“, sagt der Meister und der Junge bricht bei der langen Umarmung in Tränen aus.

Mit drei Gitarren (Grohl, Pat Smear und Chris Shiflett) wuchten die Foo Fighters ihre nach Garage duftenden Songs auf Stadionniveau, verziert von Rami Jaffee am Keyboard und fest verankert in den Basslinien von Nate Mendel und dem Trommel-Tier Taylor Hawkins, der auch über eine veritable Stimme verfügt. So singt er „Cold Days In The Sun“ und kratzt auch „Stay With Me“ (The-Faces-Cover) in die Köpfe eines ekstatischen Publikums, das auch auf den Rängen ausnahmslos drei Stunden steht. Und Grohl, wirklich ein Rockstar der coolen Sorte, hält den Kontakt bis in die hintersten Hallenwinkel, kommt für ein Akustikset ans Ende des Laufstegs auf die andere Hallenseite, bräuchte dort eigentlich kein Mikro, denn „Wheels“ oder „My Hero“ kennt jeder. Grohl hat diese unwiderstehliche Fähigkeit, solch zerbrechliche und sinnliche Songs mit derselben Intensität zu interpretieren, mit der er auch schreiend Psycho-Street-Rocker wie „White Limo“ oder die explosiven Refrains von „All My Life“ oder „Generator“ nach vorn peitscht. Ein technisches Schmankerl ist eine rotierende Zweitbühne, die sich am Ende von Grohls Solo-Set mit der Restband aus der Mitte des Laufstegs erhebt, dort entsteht ein energetischer Pool für Cover von Queen („Under Pressure“) oder AC/DC`s „Let There Be Rock“.

Die Band zitiert alle Alben und lässt auch Raritäten wie das wundervolle „Aurora“ funkeln, ein Meisterwerk aus flirrenden Gitarren, Sanftmut und Härte. Nach knapp drei Stunden des Wahnsinns kommt das „Best Of You“ zum Schluss dieses einzigen Hallenkonzerts in Deutschland, das zwingend nach baldigem Wiedersehen schreit.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Kai-Peter Boysen

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3