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Tausende Besucher bei Elbjazz-Festival

Hamburger Hafen Tausende Besucher bei Elbjazz-Festival

Hamburg ganz im Zeichen des Jazz: Nur einen Tag nach der Verleihung des ECHO Jazz ist das Elbjazz Festival am Freitag nach einjähriger Pause in den Hamburger Hafen zurückgekehrt. Tausende kamen, um lokale Newcomer und internationale Stars der Szene zu sehen.

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Großer Besucheransturm bei Elbjazz-Festival im Hamburger Hafen.

Quelle: Manuel Weber

Hamburg. Jazz ist uferlos. Die stilistisch enorm breite Palette des Genres offenbarte schon der erste Tag des Elbjazz-Festivals am Hamburger Hafen.

Der französische  Top-Gitarrist Nguyên Lê führte auf der Hauptbühne  gemeinsam mit der NDR Bigband komplett Pink Floyds epochales Werk „The Dark Side Of The Moon“ auf, in teils durchaus eigenwilligen Versionen und belohnt mit lautem Beifall. Vor Energie nur so strotzte die junge US-Formation Snarky Puppy mit massiven Jazz-Funk-Grooves und druckvollem Gebläse. Nur zu dritt, aber nicht minder mächtig funky und auch rockig, agierte zu mitternächtlicher Stunde das Trio Moving Parts um den Hamburger Ausnahmeschlagzeuger Benny Greb, der mit seinem ungemein flüssigen Spiel und zugleich kräftigem Punch faszinierte.

Ein Höhepunkt war ganz sicher auch das Konzert der Sängerin Youn Sun Nah und ihrer fantastischen neuen Band im großen Saal der Elbphilharmonie, die nun auch zu den Spielorten des Festivals zählt. Die Südkoreanerin, die ihr erst rund zwei Wochen altes Album „She Moves On“ präsentierte, beeindruckte das Publikum mit ihrem expressiven Gesang. Starke Cover-Versionen, etwa von “She Moves On” (Paul Simon), “The Dawntreader” (Joni Mitchell), “Teach The Gifted Children” (Lou Reed) oder „Black Is The Color Of My True Loves Hair” (Nina Simone), provozierten ebenso stürmischen Beifall wie Youn Sun Nahs Eigenkompositionen, darunter “Traveller”. Der transparente Klang im Saal ließ die Stücke noch heller strahlen.

50 Konzerte in der Elbphilharmonie

Erstmals kam in diesem Jahr auch die erst im Januar fertiggestellte Elbphilharmonie als Veranstaltungsort für drei der insgesamt rund 50 Konzerte zum Einsatz. Der Saxofonist Jan Garbarek eröffnete die Konzerte im Großen Saal, die südkoreanische Sängerin Youn Sun Nah und der Pianist Christoph Spangenberg zogen später nach. Der gebürtige Berliner präsentierte facettenreiche Klavierinterpretation einiger der größten Hits der Rockband „Nirvana“. Spontane Ticketkäufer hatten bei den Veranstaltungen in der Elbphilharmonie jedoch das Nachsehen.

Wegen des begrenzten Platzangebots konnten nur die ersten 11.000 Ticketkäufer jeweils einen Platz in einem der sechs Konzerte reservieren. Ein weiterer Wermutstropfen war, dass es wegen des großen Besucherandranges an den Shuttle-Barkassen zwischen der Elbphilharmonie und dem Werftgelände zu langen Wartezeiten kam. Und auch die Indoor-Hallen mussten bei zu starkem Andrang vorzeitig geschlossen werden. Am Samstag geht das Elbjazz mit zahlreichen Künstlern in die zweite Runde.

Jazzpreis für Wolfgang Schlüter

Zu dem Programm gehört auch die Verleihung des mit 10 000 Euro dotierten Hamburger Jazzpreises an Wolfgang Schlüter, der im Anschluss selbst ein Konzert geben wird. Gekrönt wird der Abend dann durch den Auftritt des zweifachen Grammygewinners Gregory Porter in Begleitung des Hamburger Kaiser Quartet. Erst am Donnerstag wurde der Jazz-Superstar der ECHO JAZZ in der Kategorie „Bestseller“ für sein Erfolgsalbum „Take Me To The Alley“ verliehen. Während das Festival in Hamburg nach Polizeiangaben komplett friedlich verlief, musste das von Zehntausenden Musikfans besuchte Festival „Rock am Ring“ am Nürburgring wegen Terrorgefahr unterbrochen worden.

bun/dpa

Hier sehen Sie Bilder vom Elbjazz-Festival 2017

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