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Künstler startet umstrittenes Projekt

«Veddel vergolden» Künstler startet umstrittenes Projekt

Der Künstler Boran Burchhardt hat am Montag in Hamburg mit seinem umstrittenen Kunstprojekt «Veddel vergolden» begonnen. Von einer Hebebühne aus trug er hauchdünnes Blattgold mit einem Spezialkleber auf eine 300 Quadratmeter große Hauswand in dem sozial schwachen Stadtteil auf.

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Der Künstler hat damit begonnen, die Hauswand eines Gebäudes im sozial schwachen Hamburger Stadtteil Veddel zu vergolden.

Quelle: Bodo Marks/dpa

Hamburg. «Unser Ziel, die Aufmerksamkeit auf die Veddel zu lenken, hat bereits funktioniert», erklärte er. Das Kunstprojekt hatte bereits im Vorfeld für viel Wirbel gesorgt. Die Hamburger Kulturbehörde stellt für das Vorhaben 85 000 Euro aus einem Topf für Kunst im öffentlichen Raum bereit.

Wie lange Burchhardt für die 300 Quadratmeter große Hauswand braucht, konnte er noch nicht genau sagen - mit ein bis zwei Monaten rechnet er, je nach Wetterlage. Er hoffe aber auch, dass sich die Menschen nun mit anderen Themen in dem Stadtteil auseinandersetzten, meinte der 42-Jährige, der zur Zeit als Quartierskünstler auf der Veddel arbeitet. Burchhardt hat bereits mit zahlreichen Aktionen für Aufsehen gesorgt. So hatte er 2008/2009 die beiden Minarette der Centrum-Moschee mit einem grün-weißen Muster überzogen. 2012 sorgte er für Verwirrung, als er die Alsterfontäne von der Binnenalster zum Harburger Außenmühlenteich verlegte.

Die goldene Hauswand hatte zu zahlreichen Protesten geführt. «Wir erkennen den Stellenwert von Kunst an. Kunst darf, ja Kunst soll vielleicht auch provozieren», sagte Sabine Glawe vom Bund der Steuerzahler Hamburg. Mit der Vergoldung der Hauswand werde aber höchstens der Steuerzahler provoziert, der frühmorgens aufsteht, arbeiten geht und Steuern zahlt. «Ab heute wird ein weiteres beschämendes Kapitel von Steuergeldverschwendung geschrieben», sagte Glawe. Auch der SPD-Politiker Klaus Lübke und die Grünen hatten die Aktion als «überflüssig» kritisiert.

Die Eigentümerin des Gebäudes, die städtische Wohnungsbaugesellschaft Saga GWG, stimmte der Aktion dagegen zu. «Kunst und Kultur bringen Menschen zusammen, regen zu Diskussionen an und stärken die Identifikation mit dem Quartier», sagte Sprecher Michael Ahrens.

Von KN-online

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