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Mitteilungen aus einem Schauspielerleben

Hannelore Hoger in Kiel Mitteilungen aus einem Schauspielerleben

Bella Block hat Hannelore Hoger kürzlich abgewickelt und erstmal ein Buch geschrieben: "Ohne Liebe trauern die Sterne". Das stellte der Schauspielstar im restlos ausverkauften Kulturforum einer begeisterten Fangemeinde vor.

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Hannelore Hoger flanierte im Kulturforum durch ihre Erinnerungslandschaft.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Sie ist gut drauf, die Schauspielerin mit dem rotem Wuschelkopf. Bunt und lebhaft reihen sich Anekdoten, Erinnerungen und Episoden. Erzählt wie an einem blauen Nachmittag beim Tee steigen die Bilder auf, verdichten sich zum konzentrierten Eindruck oder bleiben auch mal in der Unvollständigkeit hängen. Und so liest Hannelore Hoger im Kulturforum auch viel weniger, als dass sie sich von ihrer eigenen Erinnerung treiben lässt durch ein reiches Leben, in dem das Spielen immer die Hauptrolle gespielt hat.

„Das ist keine Autobiografie“, sagt sie, „eher Mitteilungen aus meinem Leben.“ Gustaf Gründgens und Peter Zadek, O.E. Hasse und Götz George – die Namen purzeln wie Puzzleteilchen, schließlich hat sie mit all den anderen Großen auf der Bühne zusammengearbeitet. Locker parodiert sie Elisabeth Flickenschildt, die Diva mit der schleppenden Stimme, ebenso wie Zadeks trockene Autorität. „Es war immer schwierig, mit Zadek zu arbeiten. Und es hat immer Spaß gemacht“, sagt Hannelore Hoger mit ihrem schnoddrigen Hamburger Charme.

Nach der Pause stürzt sie sich in die Familiengeschichte. Erinnert an den Vater, der als Inspizient und Schauspieler am Ohnsorg-Theater arbeitete, und an die Mutter, die nicht nur eine starke Frau war, sondern auch eine Geburtstagstorte herstellte („fast umsonst“), von der Hannelore Hoger ihren Zuhörern gleich mal das Rezept mitgibt.

Am Ende ist das Buch, reich illustriert mit Familienfotos und Hogers ausdrucksstarken Gemälden, auch eine glückliche Lebensbilanz geworden. Und wenn sie es selbst nicht nach Hollywood geschafft hat - dann erschiene ihr ein Oscar für Isabelle Huppert als ausgleichende Gerechtigkeit.

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