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„Beim Schreiben höre ich meine Figuren sprechen“

Hans-Christian Hoth im Komödianten-Theater „Beim Schreiben höre ich meine Figuren sprechen“

„Stabile Seitenlage“, schmunzelt Hans-Christian Hoth, „das passt doch bestens in die Zeit.“ Die Erste-Hilfe-Maßnahme, die den Patienten erstmal aus der Gefahrenzone bugsiert und dem Notfallhelfer Aufschub verschafft, gibt dem neuen, 21. Programm des Kieler Kabarettisten mit dem ausgeprägten medizinischen Hintergrund seinen Titel. Morgen hat der Abend im Theater Die Komödianten Premiere.

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Zu Hause in vielen Rollen: der Kieler Kabarettist Hans-Christian Hoth.

Quelle: Friedrun Reinhold

Kiel. „Der Begriff passt auf die aktuelle Arbeitssituation in den Kliniken und den Wandel im Gesundheitswesen ebenso wie auf die kollabierende Wirtschaft“, sagt Hoth (Sürtikers Bretterbude, Andersen) und hat sich im neuen Text dazu Luft gemacht: „Mit Heiterkeit und einem Hauch Boshaftigkeit.“ Schließlich ist er Komiker – oder „Heiterkeitserreger“, wie er übersetzt.

 Mit seinem Experten Felix Weltrang ist Hoth in Sachen „Stabile Seitenlage“ übrigens ganz auf einer Linie. Und der ist nur einer von zahlreichen guten Bekannten aus dem Fundus eigenwilligen Personals, das Hans-Christian Hoth in seinen Programmen begleitet. Die nölige Anneliese Noellmann ist ebenso dabei wie Horst, die Strickjacke, oder der kleine Hermann. Letzterer übrigens die einzige Rolle, für die sich der Bühnen-Einzelkämpfer, der auch Goethes Faust schon zum Solo verdichtet hat, eine Puppe zu Hilfe nimmt. Ein Klassiker aus der Werkstatt des legendären Puppenbauers Fritz Herbert Bross (1910-1976). „Die hat so viel Eigenleben“, sagt Hoth, „mit ihr kann ich auch ernstere Themen rüberbringen.“

 Es sind weniger die großen Weltthemen, die den Kieler interessieren; er schreibt lieber aus dem eigenen Erfahrungshorizont heraus. Und da kann eine nächtliche Begegnung mit den Ordnungshütern der Polizei ebenso dazu gehören wie Sätze, die er, damals noch als Mediziner, aus dem Nachtdienst in der Klinik mitgenommen hat. „Ich will nicht den kabarettistischen Zeigefinger heben“, sagt er, „sondern herausfinden, wie Menschen zu einem Gedanken, zu einer Handlung kommen.“

 Irgendwie ist er darüber zum Menschen- und Geschichtensammler geworden: „Das bin ja nicht ich, der auf der Bühne spricht. Meine Figuren geben das vor. Und ich höre die alle sprechen, während ich schreibe.“ Da kann sich so eine Nummer dann auch mal ganz anders entwickeln als geplant oder auf einen anderen Charakter überspringen: „Aber das muss auch so sein. Sonst funktioniert es nicht.“

  Premiere, 1. April, 20 Uhr, im Theater Die Komödianten. Kartentel. 0431/553401. Internet: www.h-c-hoth.de

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