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Skurrile Begegnung

Polnisches Theater Skurrile Begegnung

In seinem Einakter „Protest“, 1978 in der Tschechoslowakei noch mit Aufführungsverbot belegt, reflektiert Vaclav Havel seine Erfahrungen als politisch verfolgter und inhaftierter Schriftsteller. Tilmann Ziemke hat das Stück am Polnischen Theater inszeniert.

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Szene aus "Protest": Martin Friederichs (Jan), Astrit Greci(Feridnand)

Quelle: jens Matthießen

Kiel. Sein Bühnenbild zeigt ein elegantes Arbeitszimmer mit  schwarzen Ledermöbeln, ein schickes Zuhause für Jan Stanek. Der Schriftsteller hat sich in den politisch bewegten 1976/77er Jahren in der Tschechoslowakei mit der Regierung arrangiert und als Drehbuchautor für das Fernsehen ein gutes Auskommen. Weniger rosig sieht es für seinen Dichterkollegen aus. Ferdinand steht auf der Seite der Oppositionellen, saß als Dissident in Untersuchungshaft. Als Jan seinen ehemaligen Freund zu sich bittet, kommt es zu einer skurrilen Begegnung.

 Im Zentrum steht die Unterzeichnung einer Petition für einen inhaftierten Dissidenten - Kindsvater von Jans schwangerer Tochter.  Der Dialog der Männer ist eigentlich ein Monolog des saturierten Schriftstellers, der alles daran setzt,  sich und seine Unterschrift aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Schwadronierend und jovial zeigt Martin Friedrichs Jan als rhetorischen Windbeutel, der  seinen Gast mit einem Strauß  widersprüchlicher Thesen einzulullen sucht. Ferdinand bleibt derweil die Ruhe selbst. Astrit Geci füllt die Rolle des ungläubigen Zuhörers mit vielsagendem Minenspiel, wenn er sein Gegenüber mit skeptischen Blicken verfolgt.  Freundlicher Applaus. 

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