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Inspirierte Schöpferkräfte

Haydns "Schöpfung" in Kronshagen Inspirierte Schöpferkräfte

Es ist noch nicht lange her, da klang das SHMF und mit ihm sein Haydn-Schwerpunkt fulminant in der Kieler Sparkassen-Arena aus. Nicht unwahrscheinlich, dass sich unter den Sängern des aus dem ganzen Land zusammengestellten Festivalchors bereits einige Mitglieder der Kantoreien der Kronshagener Christusgemeinde und der Wellingdorfer Andreasgemeinde befanden, die an diesem Wochenende ebenfalls die Schöpfung des Komponisten aufführen.

Kronshagen. Kronshagen. Es ist noch nicht lange her, da klang das SHMF und mit ihm sein Haydn-Schwerpunkt fulminant in der Kieler Sparkassen-Arena aus. Nicht unwahrscheinlich, dass sich unter den Sängern des aus dem ganzen Land zusammengestellten Festivalchors bereits einige Mitglieder der Kantoreien der Kronshagener Christusgemeinde und der Wellingdorfer Andreasgemeinde befanden, die an diesem Wochenende ebenfalls die Schöpfung des Komponisten aufführen. In der Kronshagener Christus-Kirche zeigen sich die vereinigten Chöre unter der inspirierten Leitung von Gertrud Reinel am Sonnabend jedenfalls bestens präpariert. Das leise Staunen über die Verwandlung des Chaos’, die laute Freude über jeden Neuzugang in der Welt der Dinge und die einkomponierte Dankbarkeit für die göttliche Schöpferkraft: All diese Affekte werden hier nicht nur klar und sensibel ausgesungen, sondern auch auf der orchestralen Ebene stimmig dargestellt. In schöner Balance musizieren dabei Mitglieder der Kieler Philharmoniker unter Konzertmeister Rüdiger Debus durchweg auf hohem Niveau, sieht man von lediglich punktuell auftretenden Schieflagen einmal ab.

 Kontrastreich, aber durchaus homogen zeigt sich auch das Solisten-Trio. Meike Leluschko nimmt mit ihrem flüssig geführten, durch schöne Strahlkraft beeindruckenden Sopran dabei eine ausgleichende Position zwischen ihren beiden Mitstreitern ein. Konstantin Heintel formt seinen Part zunächst mit eher zurückhaltender Eleganz und lässt seinen Bass erst im Verlauf des Oratoriums zunehmend impulsiver tönen. Michael Connaire geht den umgekehrten Weg und dreht seinen einem natürlichen Wohlklang verpflichteten Tenor schon bei den ersten Einsätzen voll auf, um ihn später von feinfühligeren Seiten zu zeigen. In summa erlebt man bei alledem das musikalische Optimum, das in einem solchen Rahmen erreichbar ist. Dass sich das Publikum für die seelenvolle Aufführung nicht nur mit großem Applaus, sondern auch mit Standing Ovations bedankt, spricht für sich.

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