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Wacken Open Air ist zu Ende

Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air ist zu Ende

In Wacken kehrt wieder Ruhe ein: Beim wohl weltgrößten Festival für harte Rockmusik spielten mehr als 100 Bands vor rund 75 000 Menschen. Die Fans feierten knöcheltief im Schlamm. Einige Musikgruppen für das kommende Jahr stehen schon fest.

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Das wohl größte Heavy-Metal-Festival der Welt im schleswig-holsteinischen Wacken ist zu Ende gegangen.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Wacken. Nach Wacken ist vor Wacken: Wenige Stunden nach dem letzten Konzert des Heavy-Metal-Festivals in Schleswig-Holstein richtet sich der Blick bereits auf 2016. Für das 27. Wacken Open Air (W:O:A) im kommenden Jahr kündigten die Veranstalter erste Bands an: So sollen Blind Guardian, Ministry und Steel Panther in dem Dorf nahe Itzehoe auftreten.

In der Nacht zum Sonntag begeisterte die britische Band-Legende Judas Priest tausende Fans in einem der letzten Konzerte auf dem 240 Hektar große Gelände — für viele ein krönender Abschluss des mehrtägigen Metal-Marathons. Höhepunkte des 26. W:O:A in dem 1800-Seelen-Dorf waren die Shows von Savatage, In Flames und der Auftritt des Musikkorps der Bundeswehr. Mehr als 75 000 Tickets wurden für das wohl weltgrößte Heavy-Metal-Festival verkauft. Insgesamt waren bei dem Heavy-Metal-Festival rund 120 Bands auf sieben Bühnen aufgetreten.

Inmitten einer Schlammlandschaft hatten die Wackener Feuerwehrkapelle „Firefighter“ am Mittwoch inoffiziell die Heavy-Metal-Festspiele eröffnet. Bereits zu Wochenbeginn hatte sich der Partyacker in ein knöcheltiefes Matschfeld verwandelt. Nach Regengüssen mit zum Teil mehr als 30 Litern pro Quadratmetern hatten Veranstalter und Polizei die Besucher des berühmten Heavy-Metal-Festivals am Donnerstag aufgefordert, nur noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Teilweise waren die Anfahrtswege gesperrt, Shuttlebusse konnten nicht zum Festivalgelände fahren. Rund 1000 Festivalgäste wurden wegen der Schlammmassen von den Zeltplätzen in ein Parkhaus nach Itzehoe gebracht.

Die Wolken haben sich verzogen, beim Wacken-Festival steht wieder gute Laune auf dem Programm.

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Am Donnerstag folgte der offizielle Start durch die Band Skyline. Mit Wacken-Gründer Thomas Jensen trat die Gruppe schon bei der ersten Ausgabe des W:O:A vor 25 Jahren auf. Eine Wacken-Premiere feierte das Musikkorps der Bundeswehr, das gemeinsam mit der Band U.D.O. am Donnerstagnachmittag auf einer der Hauptbühnen rockte. Das Musikkorps begeisterte dabei tausende Headbangers, die mehr als eine Stunde bei starkem Wind und Nieselregen im Schlamm tanzten.

Am Freitagabend gab es zu einen weiteren Höhepunkt: Die deutsche Band Running Wild trat nach einer sechsjährigen Pause zum ersten Mal wieder auf eine Bühne. Im Jahr 2009 wollte sich Running Wild eigentlich für immer von den Fans verabschieden.

Die Veranstalter zogen noch am Samstag eine positive Bilanz des Heavy-Metal-Festivals. Der Rettungsdienst bezeichnete den Festivalverlauf als friedlich mit kleineren Zwischenfällen. Das Deutsche Rote Kreuz zählte rund 1600 Patienten, die seit Wochenanfang versorgt wurden. Die Polizei registrierte kleinere Diebstähle und wenige Schlägereien und einen größeren Einsatz: Gegen 23.30 Uhr rückten Polizei und Feuerwehr am Sonnabend aus, weil acht mobile Toiletten in Flammen aufgegangen waren. Die Freiwillige Feuerwehr Holstenniendorf löschte den Brand, den vermutlich eine männliche Person gelegt hat, die sich kurz zuvor an den Dixis aufgehalten hatte. Die Identität des Mannes ist bisher nicht geklärt.

Bereits in der Nacht zum Montag soll der Vorverkauf für das nächste Wacken Open Air starten. Im vergangenen Jahr waren die Tickets nach einer Rekordzeit von rund zwölf Stunden vergriffen.

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Eine Frau mit dem Pseudonym "Dr. Blood" n Wacken.

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Aktuell ist der Abreiseverkehr aus Wacken in vollem Gange, rund 60 Prozent der Campingflächen sind derzeit nur noch belegt. Bereits über Nacht machten sich einige Besucher auf den Heimweg, gegen 8 Uhr bildeten sich erste Staus, insbesondere zwischen Gribbohm und Holstenniendorf. Das Verlassen der teils sehr matschigen Zeltplätze gestaltet sich laut Polizei bisher deutlich reibungsloser als erwartet.

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Foto: Die Progmetalgötter Dream Theater um Gitarrenheld John Petrucci gehören eher zum Hirn des Metalkörpers.

Wacken und seine 75000 Besucher liefen am Wochenende wieder fast rund. Der Boden war noch tief und Gummistiefel das Schuhwerk der Wahl, aber die Gemüter erhellten sich bereits am Freitag zusehends. Auf dem Gelände bildeten sich wieder einige Inseln zum Hinsetzen oder -legen und auf den Bühnen reichten sich die etablierten Acts wie Dream Theater, Opeth, In Flames, Sabaton oder Judas Priest den stählernen Staffelstab.

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