16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Die „singende Herrentorte“

Helge Schneider Die „singende Herrentorte“

Grauer Maßanzug, offenes weißes Hemd, hochwertiges Schuhwerk. So seriös präsentierte sich Helge Schneider selten, auch nicht bei seinen vielen bisherigen Auftritten auf der Krusenkoppel.

Voriger Artikel
Tourstart nach Maß

Helge Schneider war sehr gut aufgelegt und wie immer witzig.

Kiel. Dass dieses elegant-lässige Outfit natürlich auch nur ein Kostüm ist, bewies der irrwitzige und musikalisch so brillante Maestro und unbestrittener Herrscher seines eigenen Kunst-Kontinents bei einem wieder einmal fulminanten Auftritt im ausverkauften Halbrund der Spielstätte, in der schon oft gefeiert wurde.  

Das Programm

240 years of Singende Herrentorte! heißt die Show, die auf eigenwilligen Art ein Best Of der Schneider'schen Perlen ist. Die beginnt nach einem virtuosen Piano (eigentlich Flügel-) Intro mit dem Klapperstrauß, ging über Drück die Maus und Telefonmann bis zu Sommer, Sonne, Kaktus und Käsebrot. Sie haben richtig gelesen: Sollte sich der Entertainer zu einer weiteren Zugabe nicht noch einmal im Bademantel auf die Bühne zurück begeben haben, fehlten im Programm tatsächlich das Katzeklo, Fitze, Fitze, Fatze oder Das Mörchen Lied. Eigentlich gut so, denn Helge Scheider hat viel mehr skurrile Schönheiten auf Lager als diese „Hits“. So bleiben er und sein Programm beweglich und immer wieder neu.   

Das Publikum

Amüsierwillige Helge-Fans, viele in Regencapes gewandet (Helge: „die durchsichtigen finde ich schick, die blauen sehen allerdings aus wie Müllsäcke, da müsst ihr aufpassen, dass ihr nachher an der Bushaltestelle nicht von so'nem gelben Stadtreinigungsauto mitgenommen werdet“). Ansonsten  beste Stimmung, die Fans konnten über Helges Improvisationen und Geschichten ebenso herzlich lachen wie über sich selbst und ihre Stadt. (Helge: „Kiel, das Paris der DDR“) 

Was in Erinnerung bleibt

Ein spielfreudiger, sehr gut aufgelegter und wie immer witziger Helge Schneider, der am Flügel brillierte, im Gesang seinen unverkennbaren Stil pflegte und sich von einer exzellenten Band umgeben sah, die mit großer Leichtigkeit seinem musikalischen Parforceritt von Jazz, über Boogie-Woogie, etwas Gospel, Latin, Blues und gar Balladen folgen konnte.  

Fazit

Helge Schneider wie er sein soll. Immer wieder gern gesehen „im Paris der DDR“.

Voriger Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3