21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Herausforderungen in Haithabu und Molfsee

Stiftung Landesmuseen Herausforderungen in Haithabu und Molfsee

Der Masterplan für ein „neues Schloss Gottorf“ ist nach hinten gerückt. Das kann die Freude des Direktors der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf nicht nachhaltig trüben: Claus von Carnap-Bornheim hat bis 2020 etliche große Projekte vor sich – mit Rückenwind vom Land. Nach der Sitzung des Koalitionsausschusses gibt es jetzt Planungssicherheit.

Voriger Artikel
Das Wacken Open Air im Container
Nächster Artikel
Neue Horizonte über der Elbtalaue

Das Eingangsgebäude in Molfsee mit den unter modernen Beton-Scheunendächern abgesenkten Ausstellungsflächen ist zugleich die Basis für den Ganzjahresbetrieb des Landesmuseums für Volkskunde.

Quelle: PPP Architekten

Kiel. Unstrittig ist, dass der Masterplan auf Gottorf weiterentwickelt wird: Das Schloss muss sich den neuen Bedürfnissen der Besucher anpassen. Es muss seine Ausstellungen, ob Kunst(geschichte) oder Archäologie, neu sortieren und dem Publikum neue Wege eröffnen. Die entsprechende Raumaufteilung steht schon weitgehend. Einig ist sich die Stiftungsspitze mit Kulturministerin Anke Spoorendonk über die Notwendigkeit des von Holzer Kobler Architekturen angeregten Neubaus. Er soll auch für eine „neue Mitte“ auf der Schlossinsel stehen. Allein dessen Finanzierung ist noch offen. Wenn nach der mittelfristigen Finanzplanung des Landes ab 2020/21 jährlich 2,5 Millionen Euro in die Umsetzung des bislang auf 20 Millionen Euro bezifferten Masterplans fließen, ist der Neubau außen vor. Also müssen andere Geldgeber gesucht werden. Man nimmt im Stiftungsvorstand die Herausforderung an. Weil man weiß, dass das Ergebnis nicht nur inhaltlich notwendig, sondern auch ein attraktiver Blickfang ist.

 Doch zunächst rückt ein anderer Neubau in den Fokus: Das Eingangsgebäude in Molfsee mit den unter modernen Beton-Scheunendächern abgesenkten Ausstellungsflächen ist zugleich die Basis für den Ganzjahresbetrieb des Landesmuseums für Volkskunde. Den Entwurf der Lübecker Architekten, „deren Herz an der Sache hängt“, findet der Stiftungsdirektor „Klasse“. Er sei auch im neuen Finanzrahmen machbar. Im Kontext ist das künftige Zentralmagazin auf dem Schleswiger Hesterberg bereits im Werden. Mit einem ergänzenden Neubau wird noch im Herbst 2015 begonnen. Im Jüdischen Museum Rendsburg sind Sanierungen auch mit Landesmitteln gelaufen, aber noch nicht abgeschlossen. Der Betsaal steht als nächstes an. Das Eisenkunstgussmuseum in Büdelsdorf schließlich soll nach einer Totalsanierung im kommenden Frühjahr neu eröffnet werden.

 Und dann kommt bei 100 Gebäuden auf 120 Hektar Gesamtfläche immer noch was dazwischen: Unter den Dächern des beliebten Haithabu-Museums haben sich gravierende bauliche Mängel aufgetan. Das Land hat seine Hilfe zugesagt und setzt dafür auf Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), die für Molfsee wegen des Volumens abgelehnt worden waren. Die notwendige Schließung des Museums vom Herbst 2016 bis zum Frühjahr 2018 muss die Stiftung verkraften und allein auf die Außenanlagen setzen. Der Archäologe von Carnap mag sich gar nicht ausmalen, wie das mit dem Welterbe-Titel vereinbar gewesen wäre, um den man sich im internationalen Wikinger-Verbund beworben hatte, aber gerade gescheitert ist. Dieser Widerspruch ist vorerst vom Tisch. Jetzt wird erstmal saniert.

 Mit all diesen Maßnahmen, so Ministerin Spoorendonk, „ist Gottorf gut aufgestellt“. Und: „Wir machen deutlich, dass wir unser Landesvermögen nicht verkommen lassen und zu unserer Verantwortung für das kulturelle Erbe stehen“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Molfsee
Foto: Scheunendächer in moderner Architektursprache: Der neue Eingangs- und Ausstellungskomplex im Entwurf.

Die Landesregierung hat den Weg freigemacht für den Neubau eines Eingangs- und Ausstellungshauses im Freilichtmuseum Molfsee. 2019 soll Eröffnung sein. Die Stiftung Landesmuseen als Trägerin wird in den kommenden Jahren auch in anderen Bereichen finanziell gestärkt.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3