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ASD sorgten im MAX für einen großen Abend

Hip-Hop in Kiel ASD sorgten im MAX für einen großen Abend

In Rap-Jahren gerechnet ist seit dem ersten ASD-Album Wer hätte das gedacht von 2003 eine Ewigkeit vergangen. Afrob und Samy Deluxe sind dennoch seit Ewigkeiten in der deutschen Hip-Hop-Szene vertreten und brachten das am Freitagabend im MAX wieder einmal eindrucksvoll zum Ausdruck.

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Schmeißt die Hände hoch für Afrob (vorne) und Samy Deluxe.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Damals bildeten Hip-Hop und Hochschulreife noch kein Gegensatzpaar. Man ging chillen statt pumpen, verehrte Mary Jane und überließ das Koks den Gimps. Keiner wusste, wer der Babo ist und niemand hatte Stress ohne Grund. Die Zeiten haben sich bekanntlich geändert.

Man könnte also meinen, dass Samy Deluxe und Afrob heute zwei alte Tiger sind, deren neues Album Blockbusta im Sommer dieses Jahres nur deshalb auf Platz vier der deutschen Albumcharts einstieg, weil es eben von Kompostis gekauft wird, die noch Geld für Musik ausgeben. Am Freitag wird man im dicht besetzten MAX umgehend eines Besseren belehrt. Das Durchschnittsalter ist frisch und trotzdem ist hier jeder so textsicher, als wäre er schon zu Zeiten von Dynamite Deluxe am Start gewesen.

ASD gehen direkt auf die Zwölf

Gerne lässt man sich von Support-Rapper William aufheizen, pflichtet ihm allerdings auch im Stillen bei, als er betont, auf der Bühne nicht mehr als 50 Prozent geben zu dürfen, damit der Hauptact dann umgehend auf die Zwölf gehen kann. Kurz gesagt: Genauso geschieht es. Samy und Afrob eröffnen ihren Gig mit dem Track Mensch gegen Maschine, dessen Schallwelle nicht von ungefähr an Crossover-Helden wie Rage Against The Machine erinnert. Die Subbässe kommen geradewegs in der Magengrube an und die Partypeople gehen ebenso geradewegs darauf ab. Während ASD auf Blockbasta stellenweise etwas lame daherrappen, präsentieren sie sich hier als berufene Entertainer, sind gemeinsam und solo absolut im Flow und powern jedes Stück des Albums kräftigst auf. Für die dicken Beats sorgen DJ Vito und Mixwell, ersterer traut sich als ASD-Verstärkung auch immer mal wieder in den Bühnenvordergrund und unterstreicht die Punchline.

In Zeiten, in denen im deutschen Rapgame nur noch auf vagen Gleichklang hin getextet wird, ist es angenehm, wieder einmal echte Rhymes und Skills zu erleben. Hits wie Legendär/Populär oder Antihaltung werden dabei von der Crowd ebenso selbstverständlich mitgesungen wie alle anderen Stücke des aktuellen Albums. Dazu gesellen sich im Laufe des Abends auch noch einige Songs von der ersten ASD-CD Wer hätte das gedacht?, und auch ein Dynamite-Deluxe-Klassiker wie Grüne Brille wird hier als Update serviert. Dazu wie auch zur neuen THC-Hymne Tortellini Augen ziehen passend dichte Rauchschwaden durch den Saal. Ein Abend ganz aus einem Guss: Respekt für die Old School!

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Afrob und Samy Deluxe in Kiel
Foto: Kommen nicht gerade bescheiden daher: Die Deutschrapper Samy Deluxe (li.) und Afrob.

Bescheidenheit ist im Hip-Hop bekanntlich keine Zier, und weiter kommt man „ohne ihr“ da auch nicht wirklich. Afrob und Samy Deluxe entern am Freitag das Kieler Max, um ihr zweites unter dem Pseudonym ASD aufgenommenes Duo-Album Blockbasta zu präsentieren.

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