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Knackiges Lebenszeichen

Die Holstein Rockets Knackiges Lebenszeichen

Nicht jeder kann von sich behaupten, einem späteren Rammstein-Musiker einen Korb gegeben zu haben. Tom Keil alias Tom Toxic schon. Ist allerdings schon ein Weilchen her, es begab sich 1987, noch zu DDR-Zeiten. Jetzt hat Toxic mit Die Holstein Rockets ein neues Mini-Album herausgebracht.

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Comeback in neuer Besetzung: (von links) Danny Danger, Sweet Babydoll, Tom Toxic und Knochen-Marc.

Quelle: Holstein Rockets

Kiel. Der in Schwerin aufgewachsene Keil hatte gerade mit seiner damaligen Band ein Konzert gegeben, als Richard Kruspe vor der Bühne stand.

„Er sagte: Wenn ihr einen richtig guten Gitarristen sucht, hier steht er“, erinnert sich Keil. „Und da habe ich gesagt: Nee, wir sind eine Synthie-Pop-Band, das Konzept hast du vielleicht nicht so ganz verstanden.“ Kruspe ging später bekanntlich als Gitarrist zu Rammstein, Keil ist heute Bandleader der Holstein Rockets. Kürzlich hat das Kieler Quartett, das sich mit ihrem „Holsteinbilly“ bundesweit in der Rockabilly-Szene ein wohlklingenden Namen erspielt hat, sein viertes Album Moin! veröffentlicht.

Mini-Album neu herausgegeben

Warum diesmal nur ein Mini-Album mit nur sechs Stücken und 18:08 Minuten Laufzeit? „Wir sind ja vor zwei, zweieinhalb Jahren in eine Art Ruhepause gegangen nach unserem Auftritt im Logo in Hamburg, weil wir alle ziemlich dicht waren mit privatem Zeug und mit der Musik an sich“, erzählt Sänger und Rhythmus-Gitarrist Keil in seiner Stammkneipe, dem „Blücher“ am Blücherplatz. „Die Schlagzeugerin ist nach Frankfurt gezogen, der Bassist hat ’ne neue Band.“ Die Holstein Rockets fanden dann Ende letzten Jahres Ersatz in „Knochen-Marc“ alias Marc Walter (Ex-Gitarrist der Kieler Band Coast Guards) und wollten jetzt mit Moin! möglichst schnell ein Lebenszeichen senden und strichen im Zuge der Umbesetzung das „Tom Toxic“ aus dem Bandnamen. „Es umreißt uns musikalisch ziemlich gut“, sagt Keil über die „fünfeinhalb Stücke“. Das halbe heißt Mittendrinto und ist nur als Sechs-Sekunden-Gag gedacht. Die Band singt: „Wir sind hier, und ihr seid da“, dann ein Mädchen namens Ella Ott: „Tri Tra Trulala“.

Die übrigen fünf Songs hauen Tom Toxic, Knochen-Marc, Danny Danger (Leadgitarrist) und Sweet Babydoll (Stehschlagzeug) im patentierten Holsteinbilly-Sound raus. Der programmatische Rockabilly-Opener Wir sind wieder da zündet sofort, der Titelsong Moin! mit der schönen Zeile „schon ein simples Moin, moin outet dich als Tourist“ reitet auf einem flotten Country-Thema. Willkommen in unserer Welt rockt wieder härter, umreißt den in vielerlei Hinsicht toleranten Psychobilly-Mikrokosmos. Psychomania huldigt dem jährlichen „Psychomania Festival“ in Potsdam, auf dem die Holstein Rockets schon mehrfach gespielt haben. Und das finale Die Party ist vorbei widmet beschreibt den verkaterten Heimweg nach durchzechter Nacht, mit Jungle-Drum-Toms und twangender Gitarre. „Das ist was komplett Neues im Holstein-Rockets-Universum“, sagt Keil. „Der Song ist entstanden durch eine Spielerei des Bassisten und der Schlagzeugerin im Proberaum. Wir rauchten draußen und tranken ein Bierchen, da bin ich gleich rein und habe gesagt: Spielt weiter, spielt weiter! Und dann zum Gitarristen: Spiel mal was so was wie von Tito & Tarantula drüber. Später habe ich einen 20 Jahre alten Text von mir gefunden, der dazu passte.“

Zehn Jahre gibt es die Holstein Rockets jetzt. In der ausverkauften Kieler Schaubude hatten sie am 17. Februar ihren ersten Auftritt. Und dort wollen sie am 28. Oktober auch ihr Jubiläum groß feiern. Ganz sicher ausverkauft.

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