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Im Geiste von Grass: Lübecker Literaturtreffen lebt weiter

Literatur Im Geiste von Grass: Lübecker Literaturtreffen lebt weiter

Als Arbeitsplattform für junge Autoren hat Günter Grass das Lübecker Literaturtreffen gegründet. Auch nach seinem Tod machen die Teilnehmer in seinem Geist weiter. Jetzt kommen sie zum zwölften Mal zusammen.

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Günter Grass.

Quelle: Arno Burgi/Archiv

Lübeck. Als Günter Grass im Jahr 2005 das Lübecker Literaturtreffen ins Leben rief, wollte er jungen Autoren eine Möglichkeit zum Austausch mit Kollegen geben. Als der Literaturnobelpreisträger 2015 starb, waren sich die Teilnehmer schnell einig, dass sie weitermachen wollen. Am nächstem Wochenende (17. und 18. Februar) kommen zehn deutschsprachige Autoren zum mittlerweile zwölften Lübecker Autorentreffen zusammen - dem zweiten ohne Günter Grass. Das Treffen ist wie immer nicht öffentlich, zum Abschluss gibt es jedoch eine öffentliche Lesung im Theater Lübeck (18. Februar). 

Neben Dagmar Leupold, Eva Menasse, Norbert Niemann, Fridolin Schley, Tilmann Spengler und Feridun Zaimoglu, die fast von Anfang an dabei sind, werden in diesem Jahr auch neue Gesichter erwartet. Dazu gehören die Schweizer Architektin und Schriftstellerin Zora del Buono ("Gotthard") sowie die erst 32 Jahre alte Olga Grjasnowa ("Der Russe ist einer, der Birken liebt"). Auch der Lyriker und Autor Robert Schindel und der von Grass als einer der großartigsten Erzähler der neuen Bundesländer gewürdigte Ingo Schulze haben nach Angaben der Kulturstiftung der Hansestadt Lübeck ihr Kommen angekündigt.

Die Zusammenkunft ist ein reines Arbeitstreffen, das hinter verschlossenen Türen im Sekretariat von Günter Grass stattfindet. Dort kann jeder Teilnehmer eine Passage vorlesen, an der er gerade arbeitet und zu der er gerne die Meinung seiner Kollegen hören würde. "Die sehr konstruktive Kritik der Runde an meinem Text habe ich als angenehm und hilfreich empfunden", sagte Karen Köhler im letzten Jahr. Sie war 2016 zum ersten Mal dabei und bedauerte sehr, Günter Grass nicht mehr erlebt zu haben. 

Seit 2011 vergeben die Teilnehmer des Treffens alle zwei Jahre den "Günter Grass-Preis - von Autoren für Autoren", wie er seit diesem Jahr zu Ehren des Literaturnobelpreisträgers heißt. Der aus Spenden der Autoren und mit Unterstützung der Günter und Ute Grass-Stiftung dotierte Preis geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin Katja Lange-Müller. Sie wird die Auszeichnung am 19. Februar im Bürgerschaftssaal des Lübecker Rathauses entgegennehmen.

dpa

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