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Improvisation zur aktuellen Lage

Ex-Schleckermarkt Improvisation zur aktuellen Lage

Ein kleiner Menschenauflauf versammelte sich am Dienstag vor dem ehemaligen Schleckermarkt am Vinetaplatz. Zwei seltsame Gestalten, die Gesichter versteckt unter langnasigen Masken, hantierten da mit Nebelmaschine und weißer Lauge, mit dem sie großzügig das Schaufenster bekleckerten.

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Harald Kolaas (Norwegen, links) und Adam Read (Australien) improvisieren zum Auftakt der Ausstellung „Ausgang: Zurück zum Anfang“ mit weißer Lauge und Nebel vorm ehemaligen Schleckermarkt in Gaarden

Quelle: bos: Björn Schaller

Kiel. Der Rest der weißen Flüssigkeit landete auf dem kahlen Schädel eines der beiden Protagonisten, bevor der zweite mit einem Pinsel die kryptische Botschaft „Nur Refugees velkom“ an die besudelte Fensterscheibe malte. Letzteres ein vager Hinweis auf den verborgenen Sinn der improvisierten Darbietung, die morgen zur Eröffnung der Ausstellung Ausgang: Zurück zum Anfang wiederholt werden soll. Mit dem Norweger Harald Kolaas und Adam Read aus Australien sind zwei Performancekünstler in der Galerie K 34 zu Gast, die seit Jahren im Doppelpack auftreten, zuletzt fünf Jahre mit Hauptquartier in Berlin. Die Flüchtlingssituation in Europa ist Impulsgeber der Aktion, die bei Kolaas und Read wie üblich spontan entsteht und „nicht zu Tode geprobt“ wird.

 „Ich suche Kunst-Asyl in Kiel“, so Kolaas, während Read mit der Filmkamera um ihn herumwuselt. Er hoffe, von allen Gruppen akzeptiert zu werden, die es hier gibt, sagt er mit Blick auf die ungläubig grinsenden Passanten, von denen viele das skurrile Geschehen mit dem Handy festhalten. Was genau am morgigen Donnerstag aufgeführt wird, ist ungewiss. Nur soviel: Neben der Situation der Flüchtlinge wird auch das Osterfest thematisiert. „Anknüpfend an das letzte Abendmahl wollen wir darauf hinweisen, dass es immer Gruppen gab, die verteufelt wurden. Mal waren es die Christen, dann die Juden, die Hexen oder die Immigranten.“ Wer die Vernissage verpasst, kann sich mit einem Video trösten, das mit einer Rauminstallation, die die Spuren der Performance trägt, in der Ausstellung gezeigt werden soll. sth

  Elisabethstr. 68. Eröffnung Donnerstag 19 Uhr. Performance 20.30 Uhr. Bis 17. April Di-So 15-18 Uhr

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