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Fasziniert von Bewegung

Doris Rüstig-Ladewig in der Galerie Berg/Klein Fasziniert von Bewegung

„In Bewegung“ heißt die Ausstellung mit Arbeiten von Doris Rüstig-Ladewig in der Galerie Berg/Klein. Gezeigt werden Bilder aus den vergangenen zehn Schaffensjahren der Künstlerin, die in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feierte.

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Starke Farbigkeit, abstrakt-expressiv umgesetzt: Doris Rüstig-Ladewig in der Galerie Berg/Klein.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. Da wiesen sich abstrakt verfremdete Gestalten in leuchtender Farbigkeit sich im Tanz oder stehen einander voller Anspannung gegenüber, ihre Konturen akzentuiert durch eine energische Linienführung aus einem Guss. Bewegung ist ein großes Thema in Doris Rüstig-Ladewigs Kunst. „Es ist faszinierend, wie der Mensch sich bewegen kann, man denke nur an Ballett-Tänzer oder Handballer“, so die gebürtige Berlinerin, fest davon überzeugt, dass der Charakter eines Menschen sich in der Bewegung manifestiert. Nachdem sie ihr Studium als Modezeichnerin im Krieg abbrechen musste („damals brauchte man keine Mode“), konnte sie 1946 ein Studium an der Hochschule der Künste in Berlin beginnen, wo sie bald in der Klasse von Karl Schmidt-Rottluff aufgenommen wurde. Als Frau war sie dort nicht allein und mit dem Lehrer kam sie gut zurecht.„Aber die Herren Kommilitonen suggerierten uns: Frauen gehören an den Kochtopf.“ Gut, dass sie sich auf ihrem Weg nicht hat beirren lassen. Die Kunst ist bis heute ihr Leben. „Wenn ich male, ist mein Kopf und damit mein Leben ausgefüllt“, sagt sie.

 1990 zog Doris Rüstig-Ladewig raus aus der Großstadt nach Angeln, wurde 2014 mit dem Kulturpreis der Stadt Schleswig ausgezeichnet. Befragt nach ihrer künstlerischen Prägung, muss sie nicht lange überlegen: „Die starke Farbigkeit habe ich von Schmidt-Rottluff mitgenommen und bis heute sicher kultiviert, aber ich habe meinen eigenen Stil gefunden.“ Als „abstrakt-expressiv“ bezeichnet sie diesen Malstil, „weit weg vom Naturalismus“, der ihr in jungen Jahren näher war. Ihre Figuren sind Bewegung pur, aus bunten, fratzenhaften Gesichtern leuchten rote Augen und blicken dem Besucher direkt ins Herz. „Es geht um Fantasie und Kreativität“, sagt die umtriebige Künstlerin, die auch ihre Porträts „total emotional aus dem Handgelenk heraus“ auf Leinwand oder Papier bringt. „Das äußeren Bild des Menschen kann man mit der Fotokamera festhalten. Aber wie sieht es in seinem Inneren aus?“ Sie hat da eine interessante Antwort parat: „Wenn man das innere Bild eines Menschen festhalten will, muss man ihn malen.“

 Galerie Berg/Klein, Kiel, Körnerstraße 31, geöffnet Do 17-19, Sa von 11-14 Uhr

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