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Nachhaltiger Einsatz

Inklusions-Festival „Grenzen sind relativ“ Nachhaltiger Einsatz

Im Vorjahr war die Enttäuschung riesig gewesen. „Wir hatten das Programm so gut wie fertig, da kam die Absage der Finanzierung“, erzählt Hörbie Schmidt, Hauptinitiator des Inklusions-Festivals „Grenzen sind relativ“ und Leiter der Kieler Rock & Pop Schule. 2016 geht’s nun weiter.

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Mischa Gohlke

Quelle: Jan Ziegler

Kiel. Grund für den Dämpfer 2015: Die Stadt Kiel fördert Projekte nur zweimal, und dies war in den Jahren 2013 und 2014 bereits geschehen. „Das stand beim letzten Mal aber nicht explizit dabei“, so Schmidt. Doch Hörbie wäre nicht Hörbie, ergriffe er nicht alle Hebel, und so konnte der Umtriebige für die vierte Auflage des Festivals am Sonnabend im Kulturforum beim städtischen Amt für Familie und Soziales wenigstens die Hälfte des bisherigen Fördergeldes locker machen. Schmidts offenbar schlagendes Hauptargument: „Inklusion muss man nachhaltig betrachten, wenn sie Erfolg haben soll.“

 Natürlich hätten sie mit der Hälfte der Zuwendungen nun ein paar Abstriche beim Programm machen müssen, so Schmidt. Die gehörlose Hip-Hop-Europameisterin im Tanz, die Münchnerin Kassandra Wedel, hätten sie sich nun leider nicht mehr leisten können. Dennoch blickt er zufrieden auf das geschnürte Programmpaket. In dem steckt zum wiederholten Male Volkan Baydar, Sänger des vor allem in der Nuller-Jahren erfolgreichen Hamburger Soul-Pop-Duos Orange Blue. Auf der Bühne stehen auch der Berliner „Rolli“-Rapper Graf Fidi, Hörbie Schmidt & Band mit Sängerin Lili Czuya, die Mischa Gohlke Band, die Sängerinnen Katrin Wulff und Isabella Günther, das Kieler Künstler-Kollektiv Deichart, der einstige Werftparktheater-Leiter Norbert Aust und die integrativen ChOhrwürmer.

 „AndersSein vereint“ stehe als Motto über dem Konzertabend, sagt Schmidt. Dies ist auch der Titel des „Inklusionssongs für Deutschland“, komponiert und gesungen von Katrin Wulff, begleitet von der Mischa Gohlke Band und unterstützt von etlichen Gastsängern. Auf Youtube wurde das Video des eingängigen Pop-Songs schon mehr als 78000-mal geklickt. Auch dieses Video soll beim vierten „Grenzen sind relativ“ präsentiert werden. Kurzfilme, Lesungen und eine Aftershow-Jam-Party runden das Festival ab.

 In Zukunft wollten die Lebenshilfe Schleswig-Holstein und der Sozialverband Deutschland (SoVD„) Schleswig-Holstein das Festival „Grenzen sind relativ“ unterstützen, zeigt sich Schmidt erfreut. Ob im selben finanziellen Maße wie zuvor die Stadt, sei allerdings noch nicht sicher, denn auch diese Institutionen müssten ihrerseits zunächst Anträge bei ihren Vorständen stellen. „Keiner will langfristig investieren“, sagt Schmidt, „das ist unser Problem.“

 Sonnabend, 24. September, 20 Uhr, Kulturforum (Andreas-Gayk-Str. 31) , www.grenzensindrelativ.de

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