23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Dialog über Generationen

Gut Seekamp Dialog über Generationen

Ein großformatiges Foto im Foyer von Gut Seekamp zeigt den Bildhauer Hans Kock (1920-2007) bei der Arbeit, in den angrenzenden Räumen hängt eine Auswahl seiner farbigen Skizzen zum Thema Figur und Raum. Noch herrscht nahezu museale Stille in der Hans-Kock-Stiftung, doch damit ist es bald vorbei.

Voriger Artikel
Europäisches Hansemuseum in Lübeck vorgestellt
Nächster Artikel
Jenseits aller Eitelkeit

Initiator Jörg Plickat und Gastgeberin Johanna Beckmann erwarten im Juni internationale Künstler.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. In der zweiten Juniwoche findet hier in Zusammenarbeit mit der China Academy of Arts Hangzhou und der Universidad Rey Juan Carlos Madrid das 1. Internationale Hans-Kock-Symposium statt.

Unter der künstlerischen Leitung von Bildhauer Jörg Plickat, an beiden Universitäten als Gastprofessor tätig, werden acht Studierende aus Spanien und China Gutshaus und Skulpturenpark beleben und in Auseinandersetzung mit dem bildhauerischen Werk des Stifters zum Thema dreidimensionale Raumkomposition arbeiten. Aus beiden Universitäten reisen außerdem vier Professoren an, die auf Seekamp wohnen, arbeiten und den Workshop betreuen werden. „Das Symposium, das durchaus in Serie gehen könnte, ist als Dialog über Generationen geplant“, so Plickat. Er hat das Projekt, zu dem immer wieder auch die Öffentlichkeit eingeladen ist, initiiert – ganz im Sinne Kocks, der die Förderung von Kunststudenten und jungen Kollegen in die Satzung der 1986 gemeinsam mit seiner Familie und der Stadt Kiel gegründeten Hans-Kock-Stiftung aufnehmen ließ.

Als Förderer des Symposiums sind neben dem Land und der Kulturstiftung die Mitglieder der im Vorjahr gegründeten Bürgerinitiative Kulturpark Seekamp aktiv. Ihr Beitrag ist ehrenamtlich und nicht hoch genug zu schätzen. Unter anderem nehmen sie die Studierenden bei sich auf und stellen ihnen Fahrräder zur Verfügung, mit denen sie nach Seekamp radeln können, wo sie den Tag im Austausch mit den Kommilitonen verbringen werden. In der von der Bürgerinitiative mit Sachspenden bestens ausgestatteten Gutshausküche soll dann im täglichen Wechsel spanisch und chinesisch gekocht werden.

„Das Symposium ist der Versuch eines pädagogischen, sozialen und künstlerischen Projektes und ich bin gespannt, ob so etwas in Seekamp funktioniert“, sagt Johanna Beckmann. Die Tochter von Hans Kock arbeitet im Vorstand der Stiftung und weiß um die Herausforderung für junge Künstler, in Auseinandersetzung mit dem Werk ihres Vaters zu arbeiten. „Kompositionsideen und die Grundprinzipien der Gestaltung haben sich im Laufe der Zeit wenig verändert“, so Plickat, für den kein Zweifel daran besteht, dass die Studierenden ganz eigene Handschriften präsentieren werden. Unter Ampelschirmen, die gegen Regen und Sonne schützen sollen, werden sie auf dem Parkgelände mit Holz und Stahl arbeiten „vermutlich in einer eher fragilen Formensprache, die an 3-D-Zeichnungen erinnert.“ Gemeinsamkeiten mit dem Skulpturen von Hans Kock dürften da eher rar gesät sein. „Doch genau darin liegt der Reiz.“ Zum Ende des Symposiums sollen die Objekte im Dialog mit den Monumentalskulpturen des Stifters im Park installiert werden.

Gut Seekamp. 8-19 Juni. Skulpturenpark und Artist Lounge geöffnet täglich 16-18 Uhr. Programm und Info unter www.hans-kock-symposium.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE