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Eine geballte Ladung Folk

Irish Folk Open Air in Poyenberg Eine geballte Ladung Folk

Die 15. Auflage des Irish Folk Open Air in Poyenberg vor 8 000 Besuchern hat gezeigt: Das Festival ist kein bisschen angestaubt!

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Hat eine große Fangemeinde: Bettina Brennwald von den Sally Gardens.

Quelle: Dieter Hanisch

Poyenberg. Bis weit nach drei Uhr morgens erklingen auf der Bühne nacheinander bei sechs Acts traditionelle wie moderne Klänge, und davor geht es im wahrsten Sinne feucht-fröhlich zu, denn bei gut gelauntem Publikum öffnet auch Wettergott Petrus seine Himmelsschleusen in Intervallen für Güsse und Sprühregen.

Kai Wingenfelder von Baltic Sea Child stimmgewaltig wie eh und je.

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Ein Feuerwerk auf der Bühne und am Himmel: Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des ausrichtenden Bully-Vereins gibt es knallige Leuchtspiele am Firmament und ein zündendes Musikprogramm, für das Festival-Opener Rapalje auch mit Pyro-Einlagen startet, wenn etwa der Dudelsack von David Mini-Fackeln aufgesteckt bekommt. Das niederländische Quartett ist ein guter Einheizer, liefert Celtic-Folk vom Feinsten und auch französische Weisen. Den Staffelstab auf der Bühne übernehmen Baltic Sea Child. Die Nordlichter um Kai Wingenfelder, Lars Jensen und Gesche Clasen müssen erst einmal gegen einen 30-minütigen Regenschauer anspielen, werden nach einem rundum kurzweiligen Auftritt dann gefeiert und schieben noch eine Zugabe hinterher, ehe die in Dublin gegründeten The High Kings Irish-Power abliefern und dabei mit ihren zum Teil Jahrhunderte alten Songs schnell die Menge auf ihre Seite ziehen. Finbarr Clancy fragt trotzdem fast überflüssig immer mal wieder in bestem Deutsch nach: „Macht es Spaß?“

Festival-Headliner sind die Red Hot Chilli Pipers aus Glasgow. Sie nehmen den Gig sportlich und treten mal eben mit elf Musikern und zwei Showtänzerinnen in Teamstärke auf. Obwohl die drei Dudelsäcke mit ihrer Explosivität eigentlich eine Horn-Section überflüssig machen, leisten die Schotten sich trotzdem noch einen klassischen Bläsersatz mit Saxofon, Posaune und Trompete. Drum & Beat als schlagende Beweise, ein wummernder Bass und eine mit viel Herzblut gespielte E-Gitarre liefern in der Summe ein gewaltiges Kraftpaket ab. Etwas besinnlicher geht es dann mit den Sally Gardens aus Rostock zu, die sich mit Cajon-Spieler Beat Engel aus der Schweiz verstärkt haben. Bettina Brennwald & Co sind bereits zum 15. Mal dabei, haben also auch die Poyenberg-Premiere mit nur 800 Besuchern noch in Erinnerung und sind so etwas wie die Band der Herzen. Den Schlusspunkt vor leider nur noch spärlicher Kulisse bildet das weibliche italienische Quintett der Green Clouds, die es rassig rasant beherrschen, aber mit ihrem anspruchsvollen Kammer-Folk und ihrer Crossover-Spielweise mit Jazz- und Weltmusikelementen eigentlich noch mehr überzeugen – die eigentliche Entdeckung von Poyenberg.

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