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Räucherei: Was für ein Partyabend!

Ivan Ivanovich & the Kreml Krauts Räucherei: Was für ein Partyabend!

Väterchen Herbst hatte wohl viele ans Sofa gefesselt, doch wer Sturm und Regen als bestes Wodkawetter interpretierte, kam in die Räucherei und feierte mit Ivan Ivanovitch & The Kreml Krauts einen fulminanten Partyabend mit Ska, Polka, Punk und russischer Folklore.

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Ivan Ivanovich (2. v. l.) führt mit Kartoffelschnaps geprägter rauer Stimme durch Songs wie „Popalis“, „Alkogol – Nikotin“ oder „Hatschigary“.

Quelle: Kai-Peter Boysen

Kiel. Wodka statt Moselwein, das werden sich die acht Mitglieder des Trierer Ensembles gedacht haben, und so ist wenig weinseliges Schunkeln, aber viel aufgeheizte, anstachelnde Bewegung angesagt. Vom ersten Ton an brennt das Feuer der Leidenschaft in Ivan und seinem krautigen Gefolge, die gesamte Band ist in Bewegung, von Drummer Johannes mal abgesehen. Waldhorn, Posaune und Saxophon treiben eine Melodie nach der anderen durch den Saal, fast alle der etwa 50 Gäste lassen sich von den Partyexperten gern zum wilden Tanz, aber auch zum Walzer animieren.

Ivan Ivanovich führt mit Kartoffelschnaps geprägter rauer Stimme durch Songs wie „Popalis“, „Alkogol – Nikotin“ oder „Hatschigary“. Er singt meist auf Russisch, die launigen Moderationen erfolgen auf Deutsch. Die nötige Balkan-Seele haucht Geburtstagskind Yannick den Songs mit seinem stets präsenten Akkordeon ein, für die Ska-Elemente sorgen Bläser und  Gitarrist „Dima“ Gede mit den typischen Aufschlägen, bisweilen jagt er sogar mit fetten Riffs den Punk durch die Reihen der Kreml Krauts. Die 2007 gegründete Band, von Bass und Schlagzeug sicher und mit dem nötigen Druck und Groove gesteuert, bleibt ein unruhiger Quell der Überraschungen, ruht sich nie lange auf einem Part aus, wechselt oder steigert das Tempo, Ivan greift zum Tambourin, zur Akustikgitarre oder zur Pauke, „Dima“ pfeift, die gesamte Band treibt mit anfeuerndem Gesang den Balkan-Express voran. Ihre Virtuosität stellen die Musiker in kleinen Soli unter Beweis.

Russische Gastfreundlichkeit darf selbstverständlich nicht fehlen, so gibt’s für alle Gäste ein Gläschen Wodka und ein saures Gürkchen, dann heißt es einatmen, ausatmen, Wodka trinken, Gürkchen essen – danach natürlich weiter tanzen, hüpfen, klatschen und singen.

„Wir essen Knödel, Schnitzel, Sauerkraut und Wurst, und wir bekommen mehr und mehr sehr großen Durst“ heißt es ausnahmsweise mal auf Deutsch in dem Song „Deutsches Essen in Russland“, der mit Akkordeon und satten Bläsern gutgelaunt zum Gewinn des Open Music Contests führte und auch in Kiel mit Begeisterung aufgenommen wird. „Kalinka“ darf nicht fehlen und den vehement geforderten Zugabenblock beendet mit dem feurigen „Begi Suka“ ein Rausschmeißer erster Güte.

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