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A cappella mit Aufruhr und App

Jazzica trifft im Metro auf dänisches Vocal-Pop-Quartett Postyr A cappella mit Aufruhr und App

Den „Aufruhr“ hat das Vocal-Pop-Quartett Postyr aus Aarhus schon im Namen, denn „postyr“ heißt auf Dänisch „Aufrühren“ oder auch „Stören“. Nach Maybebop, The House Jacks und Vocal Line, die auf Einladung des Kieler A-cappella-Frauenchors Jazzica ihren Einstand in Kiel feierten, bringen Jazzica nun auch die dänischen Kollegen am Sonntag zu einem gemeinsamen Auftritt ins Metro-Kino, und das wird nicht nur A-cappella-Puristen „aufrühren“.

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Rühren die A cappella mit elektronischen Apps auf: Postyr mit (v.li.) Anders Hornshøj Laugesen (Tenor), Line Groth (Alt), Kristoffer Fynbo Thorning (Bass und Elektronik), Tine Fris (Sopran).

Quelle: Morten Crown

KIEL. Hört man nämlich in Postyrs jüngstes Album Paper Tiger hinein, meint man eher einer Electro-Pop-Gruppe als einem A-cappella-Ensemble zu lauschen. Der Eindruck ist nicht ganz falsch, denn Postyr nutzen neben ihren Stimmen und dem Mikrofon als Instrument auch Sampler- und Loop-Maschine. „Aber ist das dann noch A cappella?“, fragte in ihrem letzten Programm Oliver Gies von Maybebop, als Bass Sebastian Schröder eine A-cappella-App auf seinem Smartphone anklickte. „Mir doch egal“, antwortete dieser. Das meint auch Till Kindschus, Chorleiter von Jazzica, der den „Aufruhr“, den Postyr seit ihrer Gründung 2009 an der Musikhochschule in Aarhus mit ihren „Apps“ in der A-cappella-Szene anzettelten, „catchy“ findet. Schließlich samplen und loopen sie allein ihre Stimmen, ist also „letztlich doch noch alles mit dem Mund gemacht“, alles live, und nichts kommt aus der Elektronik-Konserve.

 Mit Postyr verbindet Jazzica eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit. Die Sopranistin Tine Fris kennen sie schon von Vocal Line, und sie coacht Jazzica drei- bis fünfmal pro Jahr. Aber nicht nur das hat Jazzica bewogen, die Dänen zum Doppelkonzert einzuladen. Postyr rühren A cappella und Vocal-Pop kräftig auf und setzen so neue Standards im Genre. Der „intensive Showdown zwischen Stimmen, Computer und nordischem Songwriting“ (Postyr über sich selbst) hat sich als höchst innovative „Störung“ erwiesen, die „irgendwo zwischen Text, Tönen, Melodien, der natürlichen Unmittelbarkeit der Stimmen und der mechanischen Präzision des Computers den Nerv trifft“.

 Ein Nerv, an den auch Jazzica auf ihrem Album Song For A Friend rühren, von dem sie neben aktuellen Stücken einige singen werden. „Vielleicht regt das auch einige Frauen im Publikum an, bei uns mitzumachen“, hofft Till. Denn gerade weitere tiefe Frauenstimmen und ihr „aufrührerisches“ Klangpotenzial wären die perfekt ergänzende „App“ für den unverwechselbaren Jazzica-Sound.

  Metro-Kino im Schloßhof. Sonntag, 20 Uhr, Infos: postyrproject.com, www.jazzica.de

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