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Einladung zum skurrilen Parcours

Jihae An in der K34-Galerie Einladung zum skurrilen Parcours

Jihae An ist immer für eine schräge Idee zu haben. Every Day Horse Day nennt die Koreanerin ihre Ausstellung in der K34-Galerie im ehemaligen Schleckermarkt – die Abschlussarbeit ihres Masterstudiums an der Muthesius Kunsthochschule (MKHS).

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„Every Day Horse Day“ im ehemaligen Schleckermarkt: Johae An mit Pferdeperücke neben der „Huge Hearted Mother“.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. Den Raum hat sie dafür mit einer schwarzen Plane umschlossen, ein kreisrundes Loch markiert den Eingang zu einem skurrilen Parcours. Wer in das Abenteuer einsteigen will, muss eine Ein-Euro-Münze mitbringen, die allerdings erst am Ende gebraucht wird.

 Fünf Stationen, gebastelt aus Sperrholz und Stoff, warten hinter der Plane und bitten zur Interaktion. Da ist etwa ein gewaltiger, von innen angewärmter Sack, der umarmt werden will. Der Kontakt mit der „Huge Hearted Mother“ soll für ein Wohlgefühl zum Auftakt sorgen. Danach geht es an eine hölzerne, mit Stoff bezogene Kurbel, die bei energischer Betätigung ein Windgeräusch erzeugt. „Hier kann man nachempfinden, wie es sich anfühlt, zu rennen.“ Die dritte Station sieht aus wie ein Tunnel, der beim Durchschreiten mit Buntstiften durch ausladende Bewegungen der Arme bemalt werden kann. Mit Erde gefüllte Säcke, die die Wände flankieren, stehen für die Natur, „aber auch für die Gebärmutter“, was der Begehung des Tunnels eine gewisse Kreatürlichkeit verleiht. Dann ist da noch eine Wippe, mit deren Hilfe Glückskekse aus einem an weibliche Brüste erinnernden Zwillingsgefäß an der Decke gefischt werden können. Und am Ende steht eine große Keramikschüssel, in die der Eintritts-Euro geworfen werden muss. Wächter, die den Besucher bei der Eröffnung an jeder Station anleiteten, werden jetzt durch lustige Hinweisschilder ersetzt. „Am Schluss wird jeder Gast mit goldenem Lametta und roten Fäden belohnt“, so die Künstlerin, die ihre Arbeit als „manipulativ und ein bisschen zwanghaft“ beschreibt – ein ironischer Hinweis auf die Vielzahl fixierter Systeme, die der Mensch „abhakt“ ohne nachzudenken. „Eigentlich hat man keine Freiheit“.

 Nach ihrem Bachelor in Südkorea arbeitete Jihae An zwei Jahre als Keramikerin in Bayern, 2012 zog sie zum Masterstudium nach Kiel. Seit drei Jahren unterrichtet sie die Basisklasse an der MKHS. „Auch in diesem Jahr gebe ich einen Kurs“, sagt sie. „Das wird bestimmt lustig.“ Man kann es sich vorstellen.

 Elisabethstr. 68. Bis 5. März, Di-Do 15-18 Uhr.

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