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Jubiläumsgala entfachte Begeisterungsstürme

Kieler Theaterfreunde Jubiläumsgala entfachte Begeisterungsstürme

Großer Jubel zum Jubiläum: Die Gesellschaft der Freunde des Theaters Kiel feierte ihr 50-jähriges Bestehen mit einer opulenten Gala im Opernhaus. Star-Gäste von fern und Sänger von nah entfachten im voll besetzten Auditorium wahre Begeisterungsstürme.

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Die Gesellschaft der Freunde des Theaters Kiel feierte ihr 50-jähriges Bestehen mit einer opulenten Gala im Opernhaus.

Quelle: Olaf Struck

Kiel. Ein zarter Auftakt mit dem Vorspiel zu „La Traviata“, zum Finale wuchtig „Aida“: Giuseppe Verdi bildete den musikalischen Rahmen eines kurzweiligen Programms. Kurz angebunden auch die Festredner: Stadtpräsident Hans-Werner Tovar, Generalintendant Daniel Karasek und die Freunde-Vorsitzenden Bernhard Krumrey und Hartmut Lange beschränkten sich auf gegenseitige Wertschätzung. Dann bezogen die Theater-Chöre zusammen mit dem Philharmonischen Orchester, dirigiert von Daniel Carlberg, Wagners edle „Tannhäuser“-Halle. „Mir ist so wunderbar“, Beethovens schwebend nachdenkliches „Fidelio“-Quartett folgte dem Prinzip des Abends: Die Gäste Karola Sophia Schmid (Sopran) und Thorsten Grümbel (Bass) umschlossen die Mittelstimmen aus dem Ensemble: Lori Guilbeau (Mezzo) und Fred Hoffman (Tenor).

Im Mozart-Block wetteiferte Grümbels Osmin mit Christoph Woos Figaro, Rossella Ragatzu und Tatja Jibladze kokettierten  im „Cosí fan tutte“-Duett. Dann träumte Kiels Kammersänger Jörg Sabrowski in  Lortzings „Wildschütz“-Arie von „5000 Talern“. Spiellust stand neben Stimm-Bravour, prachtvoll geboten von Rossella Ragatzu und Cristina Melis (Duett aus Rossinis „Semiramide“) sowie Lori Guilbeau (als Charpentiers Louise). Aus dem „Chor der Flüchtlinge“ („Macbeth“) stieg  Sung Kyu Parks strahlender Italo-Tenor in Macduffs Klage empor.

Es blieb im zweiten Teil ein sinnvoll konzipiertes Wunschkonzert: italienisch-deutscher Mix mit französischer Zutat (Tatia Jibladze mit Massenets Charlotte Arie aus „Werther“). Und es kam die große Stunde der italienischen Star-Gast-Diven: Alessandra Gioia, Cristina Melis und Rossella Ragatzu trumpften mit Arien und Ensemles von Mascagni, Puccini, Cilea und Verdi auf. Die Männer blieben nichts schuldig: Gevorg Hakobyan  mit Alessandra Gioia im „Aida“-Duett, Thorsten Grümbel mit dem Hagen-Monolog aus „Götterdämmerung“, Tomohiro Takada im Lied des Pierrot aus Korngolds „Die tote Stadt“ und – hoch bejubelt – Sung Kyu Park mit Lohengrins delikat zelebrierter Gralserzählung.

Immer mehr Bravo-Rufe, keine Gala ohne den „Nabucco“-Gefangenenchor, endlich das wuchtig geschmetterte und von Daniel Carlberg umsichtig gesteuerte Finale aus dem 2. „Aida“-Akt – nach über drei Stunden waren alle Wünsche an eine Jubiläumsgala erfüllt.

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