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Rotes Kreuz und bunte Quadrate

K 34 im ehemaligen Schleckermarkt Rotes Kreuz und bunte Quadrate

Welche Entwicklung nimmt die Kunst? Stehen die Künstler von heute auf den Schultern ihrer Vorreiter? Irina Danilovah und Vladimir Seleznev thematisieren diese Fragen in ihrer Ausstellung „et.sim.“ bei K34 im ehemaligen Schleckermarkt – mit einem Augenzwinkern.

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Vladimir Seleznev aus dem Ural reichert geometrische Muster an.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. .  „Wir beziehen uns in unseren Arbeiten auf die russische Avantgarde, insbesondere auf den Suprematismus von Malewitsch“, erzählt die gebürtige Ukrainerin, die seit 1994 in New York lebt.

 Der aus dem Ural stammende Vladimir Seleznev deutet zudem einen Schulterschluss mit Kieler Werftarbeitern an, von denen eine Filmaufnahme aus den 1920er Jahren zeigt, wie sie auf einem Schiff durchreisenden Arbeitern aus dem Ural den sozialistischen Brudergruß entbieten. In Gaardener 1-Euro-Läden hat er deshalb simple Tischdecken mit geometrischen Mustern gekauft und mit zentralen Versatzstücken aus der Formensprache Malewitschs bemalt. Ein rotes Kreuz lässt er aus fröhlich gepunktetem Untergrund hervortreten, woanders dominiert das berühmte schwarze Quadrat buntes Streifenkaro. In schlichte Holzrahmen gestellt, kommen die Arbeiten, die kurz vor der Eröffnung vor Ort entstanden sind, dem „Vorbild“ auf höchst individuelle Weise nahe.

 Auch Irina Danilohva, unter anderem als Performance-Künstlerin international unterwegs, hat eigens für die Schau gearbeitet. Und explizit auch für Kiel. Mit einer interaktiven Installation aus Alufolie und Scheinwerfern suggeriert sie durch einen zufallsgesteuerten Wechsel von Licht und Schatten ein Wasserspiel, das vom Besucher in Bewegung gesetzt werden kann. Daneben hat sie 59 Aufnahmen von 59 Kieler Plätzen in einem Fries aneinandergereiht, denn mit dieser Zahl spielt sie seit langem. Und dann ist da noch die großformatige Collage aus 59 x 59 bunten Quadraten an der Stirnseite des Raumes – eine Reverenz an den amerikanischen Minimalisten Sol LeWitt, der das Prinzip der Reduktion auf ein Quadrat, das mit Malewitsch begann, variiert und zu einem wichtigen Thema seiner Kunst gemacht hat. „Die Quadrate sind so verteilt, dass die Farben sich nicht in unmittelbarer Nachbarschaft wiederholen“, so die Künstlerin. Die Aneinanderreihung der zehnfarbigen Quadrate, in denen es kein Schwarz und kein Weiß gibt, gehorcht keiner exakten Geometrie – „so wirkt das Farbenchaos lebendiger.“

 Elisabethstraße 68. Eröffnung Donnerstag, 28. April, 19 Uhr. Bis 26. Mai. Di-Do + So 15-18 Uhr

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