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Rock-Herz, was willst du mehr?

Kamchatka in Bordesholm Rock-Herz, was willst du mehr?

Man werfe Stoner-, Hard-, Retro- und Psychedelic-Rock in den Topf, rührt ein paar Mal um und lässt es ordentlich einkochen. Zum Schluss den Schuss Blues zum Abschmecken nicht vergessen. An diesem Rezept orientieren sich Kamchatka und sorgen für gehörigen Hochdruck im gut besuchten Bordesholmer Savoy Kino.

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Kamchatka sorgen für gehörigen Hochdruck im gut besuchten Bordesholmer Savoy Kino.

Quelle: Torben Bull

Bordesholm . Dem vorfreudigen Ruf aus dem Publikum „Jetzt wird reingehauen“ kommt das Trio aus der ostschwedischen Kleinstadt Varberg mehr als nach. Meist von einem rollenden Riff ausgehend, führt Sänger und Gitarrist Thomas „Juneor“ Andersson seine Band an, lenkt mit vollen Akkorden in den Refrain und tippelt zum Solo an den Bühnenrand. Da dauert es nicht lang, bis es die ersten aus den Sitzen reißt, denn der Overdrive regiert.

Die Setlist ist so bunt wie die Einflüsse. Aus allen bisherigen sechs Alben setzt sie sich zusammen und so nicken die Köpfe zur Uptempo-Nummer Son Of The Sea genauso wie zum quirligen Get Your Game On. Bassist Roger Öjersson und Schlagzeuger Tobias Strandvik liefern dazu ein virtuoses  Gerüst, das Andersson Freiheiten lässt, ihn aber auch wieder einfängt.

Dass die Band einst aus Jamsessions geboren wurde, hört man ihren stellenweise experimentellen Charakter an und das ist gut so. Minutenlange Soli von Andersson wollen zur Begeisterung im Saal kein Ende finden, bis der kontrollierte Krach im Hintergrund beginnt abzuschweifen und die Band sich in einem leisen Jam einnistet. Willkommene Abwechslung, dann zurück zum Kerngeschäft. Human Dynamo mit Punk-Einschlag macht einfach gute Laune ohne den gewissen Rock-Rotz vermissen zu lassen. Ebenso beim folgenden TV Blues. Ein Song über Werbung und „shit like that“ schimpft Andersson und trifft sich mit Öjersson abermals zum Solo in der Bühnenmitte.

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