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Berliner Rückenwind für die Kieler Lernwerft

Jubiläumskonzert Berliner Rückenwind für die Kieler Lernwerft

Global denken, lokal handeln, ist das Clube-of-rome-Motto, das am Freitag auch über dem bemerkenswerten Jubiläumskonzert zum 10-jährigen Bestehen der Kieler Privatschule „Lernwerft“ am Fördeufer in Friedrichsort prangte.

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Gewinner des Internationalen Wettbewerbs "Verfemte Musik"

Hornist und Initiator Neil Fellows mit dem Kammerorchester Metamorphosen Berlin.

Quelle: Christian Strehk

Kiel. Zur allseits angestrebten Pflege der Nachhaltigkeit zählt hier auch das Erleben und Mitgestalten von Kultur. Und dafür hatte der Musikpädagoge, Hornist und Orchestererzieher Neil Fellows aus der Hauptstadt das Kammerorchester Metamorphosen Berlin in die gut besuchte und mit einer erstaunlich anständigen Akustik gesegnete Turnhalle gelockt.

Unter der energischen Führung der Stellvertretenden Konzertmeisterin an der Deutschen Oper Berlin, Ensemblegründerin Indira Koch, bereiteten die Musiker von der Spree das Vergnügen eines lustvoll engagierten und hellhörigen Mitgestaltens an jedem Pult. So trugen sie in Haydns C-Dur-Konzert die Cellistin Janina Ruh sozusagen auf Händen, so dass die ihren virtuosen Part mit einer nonchalenten Souveränität und Lockerheit auskosten konnte, wie man das nicht alle Tage hört. Auch in der Solo-Zugabe, dem mit Vokalisen überkrönten, von Kollegin Sol Gabetta berühmt gemachten Dolcissimo des lettischen Komponisten Peteris Vasks, hatte man Vergnügen an Ruhs ausgelebter Klangschönheit.

Die Metamorphisten begleiteten auch Fellows genüsslich romantisch gleitenden Horn-Exkurs im Nocturno op. 7 von Richard Strauss’ Vater, dem Königlich Bayerischen Solohornisten Franz Strauss, mit Anstand und stürzten sich schließlich mit Verve auf Tschaikowskys Souvenir de Florence. Zwar lauerte hier in den Rahmensätzen die Gefahr eines sich hochschaukelnden Lärmens; auch blieb man hinter der eigenen, auf der Sony-Debüt-CD bewiesenen Ensemblekultur zurück. Doch gab es berückende Momente – etwa beim Duo-Brückenschlag zwischen Koch und Ruh. 

Vor allem aber war bemerkenswert, dass sich die Berliner keineswegs zu schade waren, Schülerinnen und Schüler der Lernwerft in Jenkins’ Palladio-Pattern oder Vivaldis Frühling musizierend mitzunehmen. Ein zu Recht bejubeltes, emotionales Erlebnis, das sich nachhaltig positiv in die jungen Seelen einbrennen wird. Die Schule am Skagerakufer ist auf dem Musikradar Schleswig-Holsteins aufgetaucht.

http://www.wolfgangemanuelschmidt.com/metamorphosenberlin/

http://www.lernwerft.de/

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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