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Wegen Bauarbeiten: Komödianten sagen Sommertheater ab

Kein Prinz unterm Rathausturm Wegen Bauarbeiten: Komödianten sagen Sommertheater ab

Er gehört seit 24 Jahren zu Kiel wie der Rathausturm oder die Kieler Woche: "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry, der allsommerlich im Innenhof des Kieler Rathauses über die Planeten reist. In diesem Sommer nun, ausgerechnet zum 25. Jubiläum, hat das Theater Die Komödianten seine beliebte Freilicht-Produktion abgesagt.

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Nach 24 Jahren macht „Der Kleine Prinz“ Pause: Titeldarstellerin Linda Stach, Theaterdirektor Markus Dentler und Ivan Dentler.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Der Grund ist die aufwändige Sanierung des Rathausturms, dadurch wird der Innenhof zur Großbaustelle. „Verständlich“, sagt Dentler, aber einen vergleichbaren Spielort habe man nicht gefunden: „Ein Freilichttheater einzurichten, ist ein aufwändiges, kostspieliges Projekt.“ In dem von Akustik und Technik bis zur Werbung viele Faktoren ihre Rolle spielen. Vorschläge, in den Klosterkirchhof zu wechseln oder in den links liegenden Hof des Rathauses, erwiesen sich als nicht praktikabel. Ersterer, so Dentler, sei von einer Kopfsteinpflasterstraße umgeben, außerdem ein offener Raum und daher nur ohne Eintritt zu bespielen: „Wir sind aber abhängig von diesen Einnahmen.“ Im zweiten würden Geräusche und Dünste aus den Küchen von Rathauskantine und Restaurant das Theater beeinträchtigen. „Wir spielen ja immer noch ohne stimmverstärkende Mikroports. Im Rathausinnenhof funktioniert das. Und wir möchten auch keinen müden Abklatsch bieten.“

Außerdem, und da verweist der Komödianten-Direktor noch einmal auf die gestiegenen Kosten für die Plakatwerbung für Kulturveranstaltungen (wir berichteten), sei so ein Ortswechsel auch zu kommunizieren: „Die Plakate, die wir dafür brauchen, könnten wir uns nach der Neuregelung aber nicht leisten.“ So hat man sich schweren Herzens entschieden, das Sommertheater in diesem Jahr ausfallen zu lassen und die Jubiläumssaison auf 2018 zu verschieben. Kiels Kulturdezernent Wolfgang Röttgers bedauert die Absage: „Ohne den Kleinen Prinzen fehlt uns auch ein eingeführtes touristisches Angebot.“

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