16 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Orchester gratuliert zum Jubiläum

350 Jahre CAU Kiel Orchester gratuliert zum Jubiläum

Einen schöneren Geburtstagsgruß als einen musikalischen könne sie sich nicht vorstellen, bekennt Professorin Anja Pistor-Hatam im Kieler Audimax, in dessen Großem Hörsaal am Sonntag eine ansehnliche Hörerzahl sitzt.

Voriger Artikel
Leihgabe kommt aus Schloss Gottorf
Nächster Artikel
Ein Künstler des Jugendstils in allen Facetten

Auch MHL-Präsident Rico Gubler ist von der Hanse- mit in die Landeshauptstadt gereist, um seine Glückwünsche auszusprechen und die Bühne dann seinem Kollegen Stefan Geiger zu überlassen.

Quelle: dpa

Kiel . Im Rücken der Vizepräsidentin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat sich bereits das Orchester der Lübecker Musikhochschule positioniert, das hierher gekommen ist, um der Nachbarin zum 350. Geburtstag zu gratulieren. Auch MHL-Präsident Rico Gubler ist von der Hanse- mit in die Landeshauptstadt gereist, um seine Glückwünsche auszusprechen und die Bühne dann seinem Kollegen Stefan Geiger zu überlassen.

Der Dirigent, der an der Hamburger Musikhochschule auch eine Posaunen-Professur innehat, hat mit dem Studentenorchester ein anspruchvolles Programm erarbeitet, das in Lübeck bereits am Freitag im Rahmen des Semesterkonzerts zu erleben war. Kraftvoll und schnittig tönt zunächst Gioachino Rossinis Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“ durch den Hörsaal, wobei die mit viel Energie aufgeladene Interpretation bereits den Grundcharakter des ganzen Konzerts in sich trägt. Denn auch Richard Strauss’ Sinfonische Dichtung Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28 strotzt nur so vor Kraft und Saft, klingt genauso frech und dreist, wie es einem solchen Schelm gebührt. Allerdings lassen Geiger und seine motivierten Mitstreiter es dabei mitunter so laut krachen, dass die Musik ihnen ihrerseits einen Streich spiet, indem sie laut und schrill klingt.

Als zeitgenössischen Zwischengang serviert das MHL-Orchester nach der Pause eine konzentrierte und schlanke Version von Heinz Holligers Nachtstück-Zyklus Elis, bevor es mit Robert Schumanns Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120 wieder klangsinnlich in die Breite geht. Geiger reichert das Werk mit enormem Brio an, setzt erfolgreich auf Wucht und Dramatik – und erzielt nach einem packenden musikalischen Vortrag das, wovon an diesem Ort mancher Professor träumen mag: Bravi und Beifallsstürme.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3