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Geballte Verzückung um Wincent Weiss

Max in Kiel Geballte Verzückung um Wincent Weiss

Kreischalarm im Kieler Max. Wincent Weiss unternahm am Freitagabend hörbar „Irgendwas gegen die Stille“ und versetzte seine jungen Fans in Verzückung. Und zunächst einmal massiv in Bewegung. Vor Beginn des Konzerts hatte sich eine mehrere hundert Meter lange Schlange vor dem Nachttheater gebildet.

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Wincent Weiss im Kieler MAX.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Weiss, gerade mal 24 Jahre und von der Sorte, die vornehmlich zehn Jahre jüngere Mädels „einfach süß“ finden, kriegt schnell und gern das Etikett Teenie-Star angeklebt. Das waren die Beatles aber auch einmal und sagt insofern wenig über Qualitäten aus, die möglicherweise über die Schwarm-Phase hinausreichen.

Was von dem in Eutin geborenen Sänger letztlich bleibt, weiß zwar niemand, ohne Substanz kommt er aber gewiss nicht daher. Nachdenkliche und gefühlvolle Texte, verpackt in nicht bloß seichten Pop und zuweilen auch in feine Akustikbegleitung, sprechen schon mal für ihn. Und ebenso sein Auftreten, das so gar nichts von Gehabe hat und als Gipfel der Show-Einlagen kaum mehr als einen beherzten Sprung vom Hocker aufweist.

Dann wären da noch seine Songs, oft wunderbar eingängig, selten belanglos und bisweilen von einer zarten Poesie, die mit schlichten alltäglichen Worten auskommt. „Da müsste immer Musik sein, egal wo Du bist“, ist einer dieser Sätze, die so berührend wirken, dass jeder und vor allem jede ihn nur gar zu gern auf sich bezogen wissen wollte. Lillien aus Lübeck durfte das zumindest ein klein bisschen tatsächlich so sehen. Zu ihrem 16. Geburtstag, den sie am am Freitagabend feierte, dirigierte Wincent Weiss ein 1200-stimmiges „Happy Birthday“ für sie. „Ich hab geheult“, bekannte sie hernach – und hätte wohl am liebsten jede einzelne Träne konserviert.

Hier finden Sie Bilder vom Konzert.

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