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Krasser Rock und Kirchentag

Kiel Krasser Rock und Kirchentag

Die Runde wirkt beeindruckt. Angenehm dreckiger Blues-Rock drückt aus den Boxen. „Gefällt mir jetzt schon!“, sagt Sören Fraas nach den ersten Tönen. „Groovt wie Sau!“, entfährt es Björn Kadau, als der kehlige Gesang einsetzt. Hier fällt noch ein „voll geil“, dort ein „sehr geil“. Mit einem satten Doppelplus versehen landet die Bewerbung auf dem „Ja“-Haufen.

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Auswahlrunde mit Musikern und Mitarbeitern im „Pogue Mahone“: von links Björn Kadau, Dennis Heinemann, Julia Buchholz, Sören Fraas, Stephan Hausmann und Franziska Thormählen. Auf dem Foto fehlt noch Heiko Brehmer.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Eine siebenköpfige Runde aus Musikern und Mitarbeitern traf sich am Montagabend im Irish Pub „Pogue Mahone“, um die Kandidaten für den „1. Pogue Mahone Band Battle“ zu sichten. 43 Bands und Solisten aus Schleswig-Holstein hatten sich für die 17 Konzerte beworben, die vom 3. Juli bis 29. August jeden Freitag und Sonnabend in dem Pub vor einer Jury gegeben werden sollen. Nach zweieinhalb Stunden und 27 Anwärtern rauchten der Runde gewaltig die Ohren, die Eindrücke verschwammen, die Sichtung der restlichen Bands und Solisten wurde am späten Dienstagabend abgeschlossen.

 Ein Ausdruck mit dem Bild der nächsten Aspiranten wandert von Hand zu Hand, angepunkter, in den 80ern wurzelnder Pop-Rock peitscht grell aus den Boxen. „Wenn Du das auf’m Sampler hörst, drückst Du auf weiter ...“, mutmaßt der Kieler Bassist Heiko Brehmer. Sehen die anderen auch so, die Bewerbung landet auf dem „Nein“-Haufen. Ganz anders die Reaktion auf eine Band, deren Deutsch-Rock dicht an AC/DC grenzt: Gitarrist Fraas wippt mit, die anderen auch – „Ja“-Stapel. Doch die Runde ist sich durchaus nicht immer einig. Ein Rocksong, dessen Intro sich ganz schön hinzieht, wird länger seziert. „Akustik-Metal, warum nicht?“, witzelt Björn Kadau, der in den Kieler Bands The Line Walkers und Guardians spielt. „Ich will noch mal ein anderes Lied“, sagt Julia Buchholz, die im Pogue Mahone als DJane arbeitet. „Die kämen ganz gut auf der Bühne im Pub“, glaubt sein Betreiber Dennis Heinemann. Damit ist die Band ein Fall für den „Vielleicht“-Haufen mit den Nachrückern, falls auf dem „Ja“-Stapel weniger als 17 Zettel landen sollten.

 Bemerkenswert, wie stilistisch vielfältig die Bewerbungen sind. „Ich hätte gedacht, dass es viel mehr Metal-Bands werden“, sagt Heinemann später. Schwermetall ist natürlich auch mal im Angebot, aber die Palette reicht von Singer/Songwriter-Stücken über Deutsch-Rock und Blues bis Funk und Reggae. Und beachtlich ist neben dem Einfallsreichtum auch das meist hohe technische Niveau, das die fast ausschließlich aus dem Amateursektor stammenden Acts vorweisen können. Ein paar zumindest semiprofessionelle haben sich auch unter die Kandidaten gemischt. Kein Wunder, denn die Preise für die Sieger sind attraktiv: Der erste Platz wird mit der Studioproduktion einer CD inklusive Coverdesign belohnt, der Zweitplatzierte gewinnt einen Gutschein im Wert von 1.000 Euro, der 3. Platz einen Gutschein im Wert von 500 Euro.

 „Bisschen Kirchentag-Feeling“, fällt Heinemann gerade zu einer Singer/Songwriter-Nummer ein – kommt nach kurzer Debatte trotzdem auf den „Vielleicht“-Stapel. Der ist noch übersichtlich hoch, auch der „Nein“-Stapel fällt klein aus. Während der Haufen mit den guten wächst und wächst. Führt kein Weg dran vorbei: Da müssen die Vorauswähler noch mal streng ran ...

 1. Pogue Mahone Band Battle, 3. Juli bis 29. August, jeden Freitag und Sonnabend ab 21 Uhr, Irish Pub Pogue Mahone (Bergstr. 15); Weitere Infos: www.poguemahone.de

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