23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Passafire fegt durch die Schaubude

Kiel Passafire fegt durch die Schaubude

Wie ein Reggae-Rock-Wirbelsturm fegte die US-Band Passafire aus Savannah, Georgia durch die Schaubude.

Voriger Artikel
Famoser Haydn aus Basel
Nächster Artikel
Museum arbeitet dunkle Flensburger Kolonialgeschichte auf

Passafire in der Kieler Schaubude: Mike DeGuzman, Ted Bowne, Nick und Will Kubley (v. li.)

Quelle: Kai-Peter Boysen

Kiel. Sänger und Gitarrist Ted Bowne, Bassist und Zweitstimme Will Kubley, Keyboarder Mike DeGuzman und Drummer Nick Kubley – allesamt großartige Musiker, die in famosen Arrangements die reine Reggae-Lehre geschmeidig mit progressiver Rockmusik verknüpfen. Dazu bedienen sich die Musiker einer Vielzahl an Bodeneffekten, deren gekonnter Einsatz bei Stimme, Gitarre, Bass und Keyboards immer wieder bloßes Erstaunen hervorruft.

Hätte also nicht nur ein sehr gutes Konzert, sondern auch eine fulminante Party werden können, doch die konnte es bei knapp zweistelliger Zuschauerzahl nicht werden. Lag es daran, dass die Band noch nie in Kiel war? Daran, dass es einer der in diesem Jahr noch seltenen Abende zum draußen Verweilen war? Am Ausfall des geplanten Supports? Oder an der Location, die meistens Schauplatz von Bands mit Punk- oder Metal-Attitüde ist?

Passafire, die 2003 von Studenten des Savannah College of Art and Design gegründet wurde, machen das Beste draus, danken den Anwesenden für Ihr Erscheinen und zelebrieren ihre Songs, die zum großen Teil von ihrem aktuellen Longplayer „Vines“ stammen. Bemerkenswert, wie die Jungs einen zu Beginn eines Songs auf die falsche Fährte führen – auf eine Gitarrenmelodie oder ein Einstiegsriff aus dem Bereich Progressive oder Alternative folgt der Ortswechsel nach Jamaika. Chillen, Sprechgesang (Toasting genannt), auf Open Airs würden spätestens jetzt die ersten Grasschwaden durchs Publikum ziehen, doch dann brechen Bass oder Gitarre mit Flanger, Octaver oder Wah Wah aus der Komfortzone aus und die Band rockt. Red Hot Chili Peppers, Yes zu “Drama”-Zeiten, aber auch Biffy Clyro heißen die geweckten Assoziationen, „Same Old Story“, „Steam Rises“, „Invisible“ oder „Submersible“ die Songs dazu.

Der Sound ist perfekt abgemischt, der zweistimmige Gesang von Bowne/Kubley ein Genuss, Mike DeGuzman hat von Melodica über Schweineorgel bis zum bizarren Synthiesound alles im Repertoire. Das mag vielleicht überladen klingen, doch die Effektpalette ist hier nicht in falschen Händen beziehungsweise Füßen, alles fügt sich faszinierend ineinander und man kann nur hoffen, die Band mal wieder in Kiel erleben zu können. Dann vielleicht draußen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3