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Mehr als nur ein Quatschfilm

Filmprojekt von Kieler FH-Studenten Mehr als nur ein Quatschfilm

80-er Jahre, Rollschuhe und ein Ermittler auf Rollschuhen: Skatecop – Rache auf Rollen will Trash-Kino Klischees aufgreifen und gleichzeitig mit ihnen brechen. Der Film wurde vor einigen Wochen von Studenten der Fachhochschule und zahlreichen freiwilligen Helfern abgedreht.

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Seite an Seite für das Gute: Skatecop Al Poporski (Hannes Jetzek) und Journalistin Destiny Hope (Patricia Moresmau) kämpfen gegen Bösewicht Dr. Bennet.

Kiel. Und er zeigt vor allem eins: Dass man jedes Projekt umsetzen kann, wenn man genug Herzblut hineinsteckt. Im kommenden Sommer soll der Spielfilm präsentiert werden.

 „Ich bin ein Riesenfan von Filmen, die damals eher unfreiwillig zu Trash wurden,“ sagt Produzent Peter Ahlers. Gerade die Mischung aus eher stumpfen Plots und „Retro-Kram“ fanden Ahlers seine Kommilitonen Lena Günther, Lukas Klenke und Dung N. Pham spannend. Für einen Kurs sollten die Studenten Trailer für Trash-Filme drehen. Dabei entstand die Idee für Skatecop. Schnell wurde aus dem unscheinbaren FH-Projekt ein echtes Vollzeit-Vorhaben. „Opfer haben wir alle gebracht, sonst funktioniert so ein Projekt nicht“, sagt auch Julian Jetter. Der Tontechniker hat das Team während seines Sommerurlaubes unterstützt.

 Der Plot ist ähnlich abgefahren, wie der Titel. Der Antagonist Dr. Bennet, der auf ersten Blick wie die Vampirversion von Farin Urlaub aussieht, ist nach außen ein engagiertes Mitglied der Gesellschaft. Doch die Reporterin Destiny Hope stößt bei ihren Recherchen auf dunkle Geheimnisse. Bei dem Kampf um Gerechtigkeit entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen dem Ermittler Al Poporski und der Journalistin, die darin mündet, dass Bennets Handlanger Hope entführen, und Poporski beide Beine abtrennen. Anstelle der Beine werden ihm Rollschuhe implantiert. Skatecop ist geboren und will nur eines: Rache. Dabei rollt der Cop nicht etwa durch Hamburg oder Berlin, sondern entlang der Kiellinie oder an anderen bekannten Plätzen der Landeshauptstadt vorbei.

 Trotz aller Begeisterung lief die erste Produktionsphase nicht ohne Zweifel ab. „Ich hatte echt Angst, dass es im Chaos endet und in die Hose geht“, erinnert sich Ahlers. Einen Film in Spielfilmlänge hatte noch keiner der Studenten vorher produziert. Auch Geld und Ressourcen waren zu Beginn knapp. Über eine Crowdfunding-Seite wurde zum Spenden aufgerufen. „Wir haben damals bei 700 Euro angesetzt und dann fast doppelt so viel Geld bekommen“, staunt Ahlers noch immer. Außerdem wurden immer mehr Leute auf das Projekt aufmerksam, die ihre Hilfe anboten. Nicht nur Statisten, Musiker und die Filmszene in Schleswig-Holstein unterstützen die Crew tatkräftig. Auch das Kieler Kulturamt gab einen Zuschuss.

 Sex, Gewalt, Kriminalität und skurrile Hauptfiguren: Ahlers und sein Filmteam scheinen zu wissen, was zu einem guten Exploitation-Film gehört. Doch so verrückt die Beschreibungen auch klingen, Skatecop soll nicht nur ein Quatschfilm sein. Mit viel Liebe zum Detail haben sich die Macher an Dialogen und Elementen der 80-er Jahre orientiert, um dem Genre Trash-Film gerecht zu werden. Secondhand-Läden wurden nach passender Kleidung durchsucht und das Kostüm von Skatecop extra angefertigt. „Da hatten wir ganz bestimmte Vorstellungen“, sagt Co-Produzent Patrick Templin, „es sollte zwar futuristisch, aber nicht zu perfekt aussehen.“ Obwohl keiner der Mitwirkenden das Jahrzehnt wirklich miterlebt haben, sind die ästhetischen Vorstellungen der Crew sehr genau. „Jeder weiß etwas mit den 80-er Jahren anzufangen“, sagt Lena Günther, „Dazu muss man die Zeit nicht miterlebt haben.“

 Doch das Team von Skatecop will Elemente, wie Neon, Kalauer und Hawaiihemden nicht einfach imitieren, sondern in die Gegenwart hineinheben. „Wir können ja nicht so tun, als ob der Film wirklich in der 80-ern spielt. Das merkt jeder.“, erklärt Ahlers. Viel wichtiger sei den Nachwuchsfilmern, die Ästhetik nachzuempfinden. Ob ihnen das gelingt, werden die Zuschauer spätestens im nächsten Sommer sehen können. Bis dahin soll der Film fertig geschnitten sein.

www.facebook.com/skatecop

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