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Film pur oder hinter den Kulissen

Erste Woche der Kinos in Kiel Film pur oder hinter den Kulissen

Kieler Kinos laden im Oktober zur ersten gemeinsamen Aktionswoche

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Zusammen für das Kino: (v.li.) Dennis Jahnke, Jan-Hinnerk Wittmershaus, Andreas Steffens, André Liebmann, Initiator Gerald Grote, Nils Aulike, Matthias Ehr, Thomas Lüdtke und Jan-Per Sellmer.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Der Anstoß kam von Filmemacher Gerald Grote (Green Screen) und Angelika Stargardt aus dem Kulturamt – so fanden die Kinomacher von Cinemaxx und Pumpe, Studio und Metro, Traum Kino und Hansa48 Anfang des Jahres an einen Tisch, um über eine mögliche Zusammenarbeit nachzudenken. Herausgekommen ist nun die Woche der Kinos vom 9. bis 16. Oktober, in der die sechs Kieler Spielstätten auch den Erlebnischarakter ihres Mediums in den Blick rücken. „Alle diese Kinos haben schon mal etwas für die hiesige Filmszene getan“, fasst Gerald Grote seine Idee zusammen, „ich fand, das sollte man irgendwie zusammenbringen.“

 Vom Multiplex mit 3000 Sitzplätzen in zehn Sälen bis zum kleinen feinen Programmkino reicht das Angebot in Kiel, und die Kinowoche bietet dem geneigten Zuschauer eine Art Rundumblick, der auch ungewöhnliche Perspektiven bereit hält. Vom puren Filmerlebnis bis zur Drehbuch-Lesung reicht das Programm, das sich Kiels Kinomacher ausgedacht haben.

 „Es gibt oft Fragen zur Digitalisierung und wie Filmvorführung heute funktioniert“, sagt Cinemaxx-Leiter Jan-Per Sellmer und lädt deshalb zu Eröffnung und Abschluss (9. und 16. Oktober) erst zum Frühstück, dann zum Besuch hinter den Kulissen und im Betrieb des Multiplex-Kinos. Auch im Studio-Kino führen die Betreiber Matthias Ehr und Dennis Jahnke ihr Publikum durch Säle und Vorführräume und geben Einblick in die alte und neue Kinotechnik – eine Filmvorführung auf dem historischen 35-mm-Projektor inklusive (13. Oktober). Historisch gibt sich auch das Kino in der Pumpe, das sich auch sonst die Pflege des Filmerbes widmet. Dort flimmern am 14. Oktober zu Live-Musik von Werner Loll und Wilhelm Strank Stummfilme von „Avantgarde bis Slapstick“ (Kinoleiter Eckhard Pabst) mit Laurel und Hardy über die Leinwand. Vorprogramm für Veit Harlans Propagandafilm „Jud Süß“ (1940), der nicht ohne filmhistorische Einführung und anschließende Diskussion über die Leinwand geht.

 Vom plattdeutschen Dokumentarfilm Utbüxen kann keen een von Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric bis zu Roland Emmerichs Film Stonewall über den homosexuellen Aufstand in der New Yorker Christopher Street 1969 reicht das Programm in der Traumfabrik (15. Oktober). Außerdem läuft dort der preisgekrönte Film Köpek an, der einen Blick auf den Zustand der türkischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert wirft. Und das Metro-Kino knüpft nahtlos an das Jubiläumsprogramm an – mit Honig im Kopf und regionalen Schmankerln. Moritz Bolls Mini-Krimi, der auch der neue Imagefilm des Kinos in der Holtenauer ist, läuft ebenso wie Thomas Plögers aktualisierte Metro-Geschichte.

 Ein spannendes Experiment wagen Nils Aulike und Koordinator Jan-Hendrik Wittmershaus am 12. Oktober in der Hansa48 und widmen sich dem Zusammenspiel von Licht und Ton. Mit einem Film, der an drei Orten des Hauses von unterschiedlichen Musikern und Stilen begleitet wird, und mit einer Drehbuch-Lesung zu Live-Musik.

 „Da hat sich wirklich ein kooperativer Geist hergestellt, den ich toll finde“, sagt Andreas Steffens vom Traum Kino über die Aktion. Und Aulike ergänzt: „Eigentlich sind wir Konkurrenten, aber eben auch Kollegen, die ähnlich ticken.“ Matthias Ehr gefällt, die Chance, auf diese Weise alle Kinos in Kiel kennenzulernen: „Wir machen da einige Türen auf.“ Und das tut jedes Kino auf seine Weise.

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