19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Mit Hip-Hop gegen die Angst

Kieler Kombo "Simplex" Mit Hip-Hop gegen die Angst

Die Anschläge in Brüssel, Ankara und Paris haben drei Kieler sehr bewegt. In einem Song versuchen die Jungs von "Simplex" ihren Fans Mut zu machen und "heben die Hand gegen Angst und Furcht". Wir haben die drei Musiker in ihrem Tonstudio in Raisdorf besucht.

Voriger Artikel
Lange Nacht der Museen lockt mit Trommeln und Schokolade
Nächster Artikel
Hamburger Dokumentarfilmwoche beginnt mit "Dahlienfeuer"

Die Kieler Frederic Wick, Tom und Lennart Lucas (v.li.) im Tonstudio.

Quelle: Kathrin Mansfeld

Kiel. "Sag mir, wie geht es dir, wenn du die Nachrichten schaust. Gänsehaut. Mir geht es unter die Haut. Bekomme Schockstarre." Die ersten Zeilen des Songs "Pray for the World - Gegen Angst und Furcht" der Kieler Hip-Hop-Kombo "Simplex" sprechen das aus, was viele in den letzten Wochen empfunden haben. Auch die drei Köpfe hinter dem Song hat der Terror in der Welt in der letzten Zeit sehr bewegt. Ihre Gedanken dazu haben Tom ("Chevo"), Frederic Wick ("Azko") und Lennart Lucas ("Chazey") in einen Rap gepackt.

Hier können Sie das ganze Video sehen.

"Wir saßen abends beim Essen zusammen und haben lange über den Terror in der Welt gesprochen. Das Thema hat uns irgendwie alle sehr nachdenklich gemacht", sagt Frederic Wick. Noch am selben Abend haben die Kieler ihren neuen Song geschrieben und aufgenommen.

Als Hip-Hop-Kombo "Simplex" schreiben die drei Freunde bereits seit 2013 gemeinsam Songs. Zum Musikmachen kam Wick über seinen Vater, der als gelernter Toningenier sein Studio direkt neben dem Einfamilienhaus in Raisdorf eingerichtet hat. Hier können die Jungs von "Simplex" seitdem ihre Songs professionell vertonen und aufnehmen.

Im Tonstudio von Frederic Wicks Vater nehmen die drei Kieler ihre Songs auf.

Quelle: Kathrin Mansfeld

"Das alles hier, das ist jeder von Euch. Wir heben alle die Hand gegen Angst und Furcht", heißt es im Refrain von "Pray for the World". Die Hookline schreiben die drei immer gemeinsam, gesungen wird sie von Wick. Die einzelnen Rap-Passagen kreiert dann jeder selbst. "So ein Anschlag kann jeden treffen. Wir haben dann auch an die Kieler Woche gedacht und uns überlegt, dass die Angst bei den Leuten nicht siegen darf", sagt Wick. Sie wollen mit dem Song den Menschen die Augen öffnen, denn Angst zu erzeugen, sei das, was die Terroristen erreichen wollen.

So politisch sind ihre Texte nicht immer. So rappt "Chevo" auch mal in "So gesehen" über das Glück oder "Azko" in "Sag mir nicht" über die Liebe."Wir haben musikalisch schon alles von A bis Z gemacht und sind auch offen für andere Musikrichtungen", erklärt "Azko".

Toningenieur Norbert Wick unterstützt die Kieler bei den Aufnahmen.

Quelle: Kathrin Mansfeld

Gemeinsam mit dem Kieler Pop- und Soulsänger Pascal Dwars standen sie deshalb auch schon auf der Jungen Bühne während der Kieler Woche 2015. Angst vor dem Terror hält die Drei allerdings auch weiterhin nicht von der Großveranstaltung fern. Sie hoffen vielmehr auch in diesem Jahr auf der Kieler Woche einen Platz für einen Auftritt zu bekommen. Für "Chazey" wäre das etwas ganz besonderes: "Ich konnte im letzten Jahr nicht dabei sein. Es wäre einfach toll noch einmal vor so vielen Menschen aufzutreten", sagt der 24-Jährige.

Für den Herbst planen Die Rapper aus Kiel eine Veranstaltung in der Schaubude. "Der Termin steht noch nicht genau, aber wir wollen einen gemeinsamen Abend mit mehreren Musikern starten", sagt Wick. Die Musik ist ihr Hobby. Geld verdienen sie damit noch nicht. "Aber wenn wir aus unserem Hobby einen Beruf machen könnten, wären wir natürlich alle nicht abgeneigt", sagt Lennart Lucas.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3