18 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Anita Albus: Alchemistin des Lichts

Kunsthalle Kiel Anita Albus: Alchemistin des Lichts

Als „Herausforderung, genau hinzusehen“ bezeichnet Direktorin Anette Hüsch den stolzen Erwerb von 64 Werken: Die 75-jährige Autorin und Grafikerin Anita Albus hat der Kieler Kunsthalle fast ihr gesamtes malerisches Schaffen an sagenhaft detailreichen Aquarellen als Dauerleihgabe anvertraut.

Voriger Artikel
Beglückt beglückender Pop-Dandy
Nächster Artikel
Jubiläumsschau in Bissee

Dr. Regina Göckede, neue Leiterin der Gemälde-Sammlung, hat die Albus-Schau kuratiert. Die faszinierenden Blumen-Aquarelle leuchten auf farbigen Wänden in Ochsenblutrot besonders schön.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Lauter Charaktere: Panisch schreit die Nachtschwalbe, weil hinter ihr der Waldbrand tobt. Stolz spreizt eine einzelne Lilie, einer Prima Ballerina gleich, ihre Blüten, Knospen und Blätter. Eindringlich bohrt sich der Blick einer Eule aus dem fluffigen Gefieder.

Einerseits war Albus laut Hüsch „nie präsent auf dem Kunstmarkt, hat nie ein Werk verkauft“. Andererseits fremdelte die moderne Kunstszene mit ihrer altmeisterlichen Attitüde. „Geprägt von der Kunst vergangener Jahrhunderte“, so Kuratorin Regina Göckede, habe sich Albus auf allerhöchstem Niveau Techniken angeeignet.

Lesebrille und Lupe lohnen sich dabei: Denn wie Albus in unzähligen Pigmentschichten das Licht „verkörpert“, wie diese Alchemistin des Seins Federn, Blütenstempel, Blattoberflächen, Waldsäume und Mondschein en miniature „aus-zeichnet“, das ist faszinierend. 1327 Stunden hat die Künstlerin beispielsweise gebraucht, um 2004 das Aquarell "Eisvogel-Paar in einer Landschaft" auf 23 mal 16 Zentimetern zu vollenden.

Bestens gelungen ist die Präsentation alldessen. Die Kunsthalle hat ihren neuen Schatz in drei, durch temporäre Wände intimer gerahmte Räume eingefasst und lässt die Hängeflächen mutig farbig mitreden. www.kunsthalle-kiel.de

Von Christian Strehk

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3