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Ganz oder gar nicht

Konzertsaal im Schloss Ganz oder gar nicht

Das Verfahren für die dringend notwendige Sanierung des Kieler Konzertsaales im Schloss ist massiv ins Stocken geraten. Knackpunkt ist die Eigentümerfrage für den gesamten Schlosskomplex.

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Die Stadt will die Zukunft des Konzertsaales in enger Abstimmung mit neuen Eigentümern des gesamten Schloss-Areals angehen.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel.. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hat am Dienstag das Angebot der Grundstücksgesellschaft Kieler Schloss abgelehnt, den Konzertsaal für 1 Euro von ihr direkt zu übernehmen. Die Förderzusagen von Stadt und Land für die auf 24 Millionen Euro veranschlagte Konzertsaal-Sanierung seien ausdrücklich unter der Voraussetzung eines Eigentümerwechsels für das gesamte Schlossareal getroffen worden, begründete Kämpfer seine Absage nach vorheriger Abstimmung mit dem Kulturministerium. Ministerin Karin Prien sagte: "Wichtig ist, dass es für den Konzertsaal und das Kieler-Schloss-Ensemble eine langfristige Perspektive gibt; dabei sind Konzertsaal und Schloss untrennbar miteinander verbunden."

Eine Gruppe von Kieler Unternehmern, unter anderem Carl Hermann Schleifer und Niels Bunzen, hatte vor etlichen Monaten die Verhandlungen mit den derzeitigen Eigentümern Klaus-Peter Marschall und Margrit Howe-Neuy aufgenommen, die das Schloss 2003 vom Land für den symbolischen Preis von 1 Euro übernommen hatten. Zwischenzeitlich gab es immer wieder positive Signale einer Einigung – doch offenbar scheiterten die mit den Gesellschaftern in Kiel und Wiesbaden getrennt geführten Verhandlungen letztlich am Preis.

Die Stadt setzt dennoch konsequent auf einen Neubeginn, um partnerschaftlich und verlässlich die weitere Entwicklung des Schlosses mit der „ihres“ Konzertsaales abzustimmen. Dabei geht es etwa um  Nutzungsrechte, die räumliche Durchlässigkeit für große Veranstaltungen über das Fördefoyer bis hin zum Kleinen Saal. Das wäre beispielsweise für Kongresse von großer Bedeutung.

Für den Initiativkreis, der sich für den Erhalt des Konzertsaales engagiert und die Gründung eines Fördervereins plant, sei es letztlich egal, von wem die Stadt den Saal übernimmt, drängt Kiels GMD Georg Fritzsch. Die Hauptsache sei doch, dass die Stadt hier die Hoheit bekomme und damit die Voraussetzungen für eine öffentlich geförderte Sanierung, für einen intakten, zukunftsfähigen Konzertsaal geschaffen würden. Und dass es bald losgehe: „Die private Hand steht bereit.“

Claudia Lohse, die als Co-Geschäftsführerin von Kiel Concerts für Klaus-Peter Marschall spricht, betonte gestern: „Keiner schließt hier irgendwelche Türen zu.“ Man sei weiterhin offen für Gespräche nicht nur mit der Stadt, sondern auch mit den Kaufinteressenten.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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