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Mit Reger zurück in die Zukunft

Ausstellung in Kiel Mit Reger zurück in die Zukunft

Master-Studierende der Musikwissenschaft an der Kieler Universität haben im Gedenkjahr für Max Reger eine Ausstellung konzipiert, die Konzertbesuchern den Spätromantiker und sein bedeutendes Schaffen näher bringt.

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Flucht und Leidenschaft

Konzentrierter Arbeiter: Der Komponist Max Reger (1873-1916) ist vor allem für seine Orgelwerke bekannt, hat aber wesentlich mehr zu bieten.

Quelle: Reger-Institut Karlsruhe

Kiel. „Das Schwein und die Künstler haben das gemeinsam, dass man sie erst nach dem Tode schätzt“, ist ein typisch humorvoll bissiger Satz des vor 100 Jahren in Leipzig gestorbenen Komponisten Max Reger. Master-Studierende der Musikwissenschaft an der Kieler Universität haben auch dieses Bonmot als weiteren Anreiz genommen, im Gedenkjahr eine Ausstellung zu konzipieren, die Konzertbesuchern den Spätromantiker und sein bedeutendes Schaffen näher bringt. In einem problemorientierten Seminar bei Prof. Kathrin Kirsch, das die Vermittlung anspruchsvoller musikgeschichtlicher Erkenntnisse für eine breite Öffentlichkeit zum Thema hatte, waren im Sommersemester die Grundlagen gelegt worden. „Es spricht Bände, dass unser Projekt inzwischen in eine Arbeitsgemeinschaft auf gänzlich freiwilliger Basis übergegangen ist, sich unser eigenes Verhältnis zu Reger spürbar verbessert hat und die tatsächlich realisierte Ausstellung nun komplexe Themen in wenigen Sätzen anschaulich vermittelt“, freuen sich die Studierenden.

 Mit „Appetitanregern“ wie Reproduktionen aus der Handschriften-Sammlung des Karlsruher Reger-Instituts und etlichen, sichtlich professionell selbstgestalteten Rollup-Aufstellern, aber auch MP3-Hörstationen, um sich „beim kurzen Reinhören in prägnante Beispiele ein eigenes Bild machen“ zu können, wollen die Studierenden einen regelrechten „Reger-Hunger“ hervorrufen.

 An vier Stationen jener Stadt, die Reger selbst mehrfach besucht und bespielt hat, werden die themenbezogen gewichteten Teile der Schau zu sehen sein: Im Kirchenkai an der katholischen Nikolauskirche wird am morgigen Sonntag um 12.15 Uhr zur offiziellen Eröffnung das Vokalwerk und Lebensende in Zeiten des Ersten Weltkriegs beleuchtet. Zeitgleich stehen passend zum Philharmonischen Konzert im Foyer des Kieler Schlosses das orchestrale Schaffen und der Dirigent Reger im Fokus.

 In der Ansgarkirche sind die Kammermusik und das Reisen Thema. Und in der Nikolaikirche, wo einst Regers Freund Fritz Stein, zugleich der Gründervater der Kieler Musikwissenschaft, wirkte, widmet sich die Ausstellung, gefördert durch den PerLe-Fonds für Lehrinnovation und das Bundesministerium für Bildung, der Orgelmusik und der ersten Lebenskrise. Im November werden alle Ausstellungsteile im Audimax der Universität zusammengeführt. Die Studenten wollen zeigen, wie sehr der Komponist seiner Zeit voraus war, dass es aber heute gewisse Parallelen gibt. Deshalb auch der „anrege(r)nde“ Titel Zurück in die Zukunft.

 Maßgeblich beteiligt an dem Ausstellungsprojekt sind Anna-Lena Bach, Hendrik Bockholt, Andreas Lukas Glaser, Yoshihiko Hayashi, Niklas Holle, Mareike Jordt, Alexander Kraft, Miriam Lippold, Anna Lena Möller, Luise Paulenz, Erko Petersen und Yvonne Schink. Der Musikwissenschaftler Magister Kris Jessen, der inzwischen am Kieler Institut über Max Reger promoviert, stand fachlich beratend zur Verfügung.

www.reger-kiel2016.de

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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