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Kieler Theater mit deutscher Erstaufführung

Barockoper Kieler Theater mit deutscher Erstaufführung

Verdi, Wagner, Schumann — große Musiker prägen zu einem guten Teil den neuen Spielplan des Kieler Theaters. Das Programm bietet aber nicht nur Altbekanntes, sondern auch viel Neues und neu Entdecktes. Politisch Aktuelles richtet sich auch an die ganz Jungen im Publikum.

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Mit der am meisten gespielten Oper des 19. Jahrhunderts startet die Oper des Kieler Theaters in die neue Spielzeit.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Große Opernklassiker von „Rigoletto“ bis „Siegfried“, Reger-, Brahms- und Schumann-Konzerte, „Schwanensee“ im Ballett und brandaktuelle Stücke im Schauspiel — das Kieler Theater hat in der Spielzeit 2016/2017 für viele Geschmäcker etwas zu bieten. Eine „absolute Rarität“ kündigte bei der Spielplan-Pressekonferenz am Montag Dramaturg Ulrich Frey an: Am 6. Mai nächsten Jahres gibt es mit der französischen Barockoper „Skylla und Glaukos“ von Jean-Marie Leclair eine deutsche Erstaufführung. „Sensationelle Musik“ versprach Frey zu dem Drama um unerfüllte Liebe zwischen dem Meeresgott Glaukos, der Nymphe Skylla und der Zauberin Circe.

Zum Spielzeitauftakt der Oper gibt es am 24. September die am meisten gespielte Oper des 19. Jahrhunderts — Giacomo Meyerbeers „Die Hugenotten“ vor dem Hintergrund des Religionskrieges zwischen Protestanten und Katholiken in Frankreich. Verdis „Rigoletto“, erstmals wieder nach rund 15 Jahren, und Wagners „Siegfried“ aus dem „Ring des Nibelungen“ stehen ebenfalls im Programm für 2016/2017.

Ein Highlight war bereits bekannt: Anfang 2017 bringen die Theater Kiel und Lübeck Rossinis Oper „Die Reise nach Reims“ in einer Koproduktion als multimediale Comic-Inszenierung auf die Bühne. Dabei werden reale Sängerauftritte mit einem Trickfilm auf der Leinwand verknüpft. Im Sommer 2017 kommt auch wieder eine Oper auf den Rathausplatz — welche, wollte Musiktheater-Chefdramaturgin Cordula Engelbert noch nicht verraten.

Beatles-Tanzabend und Ballett

Das Ballett hat außer den Klassikern „Der Nussknacker“ und „Schwanensee“ unter anderem einen Beatles-Tanzabend im Repertoire und zur Kieler Woche eine Gala am 20. Juni.

Das Schauspiel zeigt Sartres „Die schmutzigen Hände“ um die grundsätzliche Frage, ob radikales politisches Handeln und moralische Integrität einander zwangsläufig ausschließen müssen, sowie mehrere Stücke mit sehr aktuellen politischen Bezügen. Im Monolog für eine Schauspielerin „Am Boden“ des Amerikaners George Brant geht es um eine ehemalige Bomberpilotin und junge Mutter, die aus einem klimatisierten Anhänger aus der Nähe von Las Vegas tödliche Kampfdrohnen gegen Terroristen im 8000 Meilen entfernten Afghanistan steuert.

Auch das Kinder- und Jugendtheater beschränkt sich nicht auf Stücke wie Astrid Lindgrens „Karlsson vom Dach“, „Die Schatzinsel“ oder eine Kleinkinder-Version von „Don Quijote“. Für Kinder ab zehn Jahren kommt die wahre Geschichte der heute 18 Jahre alten Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafazai auf die Bühne, die in Pakistan unerschrocken für das Recht aller Kinder auf Bildung kämpfte und 2012 von Taliban niedergeschossen wurde.

Eine gute monetäre Nachricht für das Publikum brachte der Kaufmännische Direktor Jörn Sturm für die neue Saison mit: „Wir können die Preise stabil halten.“

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Das Schauspiel darf sich ein bisschen ausruhen nach Großprojekten wie dem Doppelspiel der „Zehn Gebote“, das in der kommenden Woche zur Uraufführung kommt, und der Open-Air-Musicalisierung von Schillers „Räuber“ durch die Hamburger Indie-Band Kettcar am 1. Juli am Seefischmarkt.

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